vision & strategie. fantastisch, praktisch und schnell erfassbar.

ein fantastisches buch. – schnell zu lesen, guter einstieg, nützliche tools, um sofort zu starten!

fantastisch weil es auf den punkt bringt, was zahlreiche theorie-bücher über viele seiten ausbreiten. es ist genau das konzentrat, das der praktiker (auch pragmatiker) braucht, genau das, was einem einzelunternehmer nützt, ohne ihn mit langem lesen aufzuhalten. eine klare empfehlung für KMUs und EPUs aller gewerke und branchen, aber insbesondere für die mitglieder der »creative industries«.

das buch hat all die merkmale, die unsere zeit zu erzwingen scheint:

– kurze, prägnante information, also schnell zu lesen. in ein bis eineinhalb stunden hat man das buch locker gelesen. für die übungen nimmt man sich freilich deutlich länger zeit.

– eine klare, flüssige sprache, also leicht zu lesen, unterhaltsam.

– eine übersicht an nützlichen »werkzeugen«, mit denen sich der einzelunternehmer der thematik ohne großen ballast annähern kann.

würde jeder unternehmer zunächst damit (mit diesem buch und seinen empfehlungen) seine unterlagen vorbereiten und sich über seinen unternehmenszweck klarheit verschaffen, dann würden weit weniger unternehmer jahrelang herumwursteln. man wüsste, was man (im moment) beabsichtigt und daher verfolgen sollte. man weiß dann auch, dass man das bei der mindestens jährlich durchzuführenden strategieklausur jederzeit korrigieren kann. und man weiß, dass man nicht nur strategisch planen, sondern im alltag auch strategisch denken kann. das ergebnis: klarheit und flexibilität in der unternehmensführung.

es ist nicht gesagt, dass dieses buch (dieses wissen) einem vor dem scheitern schützt, aber es macht bewußt, woran man scheitern könnte und zwingt einen den tatsachen ins auge zu sehen. speziell für unternehmen der kreativwirtschaft gilt es farbe zu bekennen: bin ich künstler (und mache was mir gefällt) oder dienstleister (biete also dienste an, die menschen nachfragen).

das buch ist für alle EPUs und KMUs ein gewinn, ob klassische wirtschaft oder kreativwirtschaft. jeder dieser (angehenden und erfahrenen) unternehmer soll sich mit seiner strategie befassen. dieses buch macht es einem leicht.

klare kaufempfehlung.

(einzige kritik: die vormarkierten stellen. es wirkt als hätte ich es bereits gelesen und mit einem leuchtmarker wichtige stellen markiert. hatte ich aber nicht. das lenkte mich (besonders visuell veranlagt) stark beim lesen ab. außerdem erscheint es mir bevormundend, ich entscheide lieber selbst, was mir wichtig und unterstreichenswürdig erscheint. aber das ist vielleicht ein zugeständnis für die leser aus der kreativen welt, die ein bißchen unterstützung brauchen, die anderen wird es nicht stören, daher kein punkteabzug. das buch ist kurz und knapp, gut zu lesen, das hätte ein kreativer auch ohne markierungen schaffen müssen.)

im übrigen bin ich der meinung, dass designen zentraler bestandteil jeder unternehmensstrategie sein muss. (aber das ist ein anderes buch ;-))

entwerfen – to design

man fragt mich, wie kann man zwischen einzelnen designdisziplinen hin und her springen? warum ist man nicht auf eine einzige abonniert, voll konzentriert, spezialisiert?

für mich ist entwerfen mittel zum zweck. der zweck ist erkenntnis. diese erkenntnis gilt es zu teilen, mitzuteilen. durch texte & vorträge.

nachdem es primär um erkenntnis geht, die durch entwurfsarbeit zu erzielen ist, ist die entwurfstechnik, die designdisziplin irrelevant. die erkenntnis ergibt sich durch grafikdesign, industrial design, interaction design, servicedesign, webdesign, etc. kurz, durch gestalten.

wesentlich erscheint mir der dahinter liegende antrieb zu sein: eine verbesserung einer situation herbeizuführen. was besser ist, ist freilich zu diskutieren. einfacher ist besser.

design? design!

klar geht es um ästhetik. »never leave well enough alone« (loewy) – begnüge dich nicht mit ausreichend, mit mittelmaß, mit »passt eh« oder – falsch übersetzt und doch passend – häßlichkeit verkauft sich schlecht. strebe nach exzellenz in allem (steve jobs, tom peters).

aber ästhetik muss hier breiter verstanden werden. – schritt 1. ökonomisch: »the most beautiful curve is a rising sales graph« (loewy). – schritt 2. nicht bloß sichtbar, sondern auch erlebbar: experience der user, der nutzer (konsumenten, mitarbeiter, manager, chefs, etc.) – schritt 3. organisation – schritt 4. gesellschaft: der anthropologe sagt uns, der mensch existiert nur durch design, design sichert(e) ihm sein überleben.

design, das ist gestaltung mit dem verfügbaren, ein arbeiten vom ist zum soll, es ist effectual. der designer verbindet dann doch die punkte vorausschauend – zum wohle der nutzer.

effizienz

es scheint so zu sein, dass eine sorgfältige tagesplanung mit definierten pausen und arbeitsphasen die 90 minuten nicht überschreiten wesentlich mehr output ermöglichen als das »dahin-arbeiten«, also eine aufgabe nach der anderen abarbeiten, dran zu bleiben, so lange es dauert. plötzlich ist mittag und mittag vorbei und die eine aufgabe ist noch immer in arbeit. war sie so aufwändig oder verleitet dieses »dahin-arbeiten« zum brodeln? ich werde es weiterhin untersuchen.

6 sätze über design (5)

es geht voran. satz #6 gedeiht. der wecker läutet heute nicht, aber ich habe es aufgeholt. »designgesinnung« als sub-essay ist nahezu fertig und bei interesse würde ich es als diskussionsgrundlage vorveröffentlichen. wer wissen will, was designgesinnung bedeutet und umfasst, meldet sich für den newsletter an: http://designthinkingtank.at/6-saetze-ueber-design/

6 sätze über design (3)

konzentration ist gefragt.und eiserne disziplin.
das buch soll fertig werden und die gedanken damit geordnet sein.

also täglich um 5:00 aufstehen und schreiben. heute, war der erste tag dieses »neuen konzepts«. ich war müde. doch das schreiben, wenn ich zum schreiben kam (man muss erst wieder lesen, was alles bereits geschrieben ist), ist erfüllend und energetisierend. aber man muss wissen, was genau es zu schreiben gilt, man muss abends vorbereiten, was tagsdarauf morgens getippt werden soll.

nach den ersten eineinhalb stunden war ich hungrig und müde und missmutig.

nach dem kurzen frühstück voller tatendrang und begeistert. morgen geht es wieder los um 5:00.

6 sätze über design (2)

ein rückschlag. bei der heftigen überlegung, worin der unterschied zwischen einem designer und einem unternehmer besteht, kommt die schreibsoftware aus dem tritt und »hängt sich auf«. dummerweise schaffte es die speicherautomatik nicht die letzten paar minuten (sekunden? für mich waren es stunden) abzuspeichern. eine bereits verlorengeglaubte körperreaktion stellt sich ein, hitze durchströmt den körper, wut, enttäuschung – dann, der versuch zu erinnern was alles dabei war, das nun verloren scheint. keine chance. es wurde alles gesagt (d.h. geschrieben) und daher ist der kopf nun leer. ich bringe kaum noch einen halbsatz zusammen, dieser noch kurz vorhin strömenden gedanken. jetzt braucht es geduld. ich bin sicher, irgendwo drin in mir, finde ich es wieder.

doga do go.

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es scheint so, als müsste man zunächst alle seine gedanken und ideen einzeln fixieren. jeder gedanke ein essay. dann, wenn ein stapel an papieren vorliegt, kann man diese gedanken in eine ordnung bringen. und dann erst, kann man den roten faden erkennen oder herausarbeiten, damit auch anderen den eigenen gedanken folgen können. manchmal habe ich den eindruck, der wunsch sich nicht zu wiederholen hemmt beim schreiben. mit diesem konzept könnte es gelingen, weil die einzelnen aufsätze einander ergänzen, sich gegenseitig zitieren, ein netz der überlegungen sichtbar wird. zu doga gibt es nun ein paar essays und ein paar skizzen.

rezension: würdigung der unternehmerethik

ein geniales büchlein!
ein motivator im (manchmal mühseligen) unternehmeralltag.
und eines der drei bücher, die ich auf die sprichwörtliche insel mitnehmen würde (die anderen sind peter druckers »the effective executive« und ayn rands »der streik«).

die autoren rahim taghizadegan, eugen-maria schulak und georg greutter beschreiben ein anderes, das wahre bild des unternehmers. eines umsichtigen, vorausschauenden, der gesellschaft dienen wollenden menschen. …

der unternehmer ist kein manager (obwohl er managt), der unterschied ist er besitzt. ein unternehmer schafft ein nachhaltiges unternehmen, damit er es seinen kindern weitergeben kann. das büchlein ist eine erfrischende alternative zur sozialromantik und zur politischen lüge, wonach die menschen vorm kapitalismus durch das »system« zu schützen sind, anstatt dass sie eigenverantwortung übernehmen. dieses büchlein zeigt, dass es ethisches unternehmertum gibt und klärt auf, dass es davon mehr gäbe, würden die politischen systeme das nicht massiv behindern.

ein empfehlung auch (insbesondere) für die gegner des freien unternehmertums. an diesen argumenten sollen sie die ihren messen. im besten sinne der wiener schule: möge dann das bessere argument gewinnen.

ein auszug, S. 70:
»[im alten ägypten] lastete der zehent schwer auf den schultern der menschen, die obrigkeit war deshalb verhasst. zehn prozent – da würde man heute von steueroase sprechen! […]. [heutzutage] werden steuersätze, für die man einst jeden könig gehängt hätte, als »selbstgewählt« erduldet.«

jetzt verstehe ich warum politiker im allgemeinen gegen die freie marktwirtschaft sind. ein unternehmen »staat« wäre in einer freien, einer wirklich freien marktwirtschaft längst zig-mal bankrott. es geht also gar nicht darum die mehrzahl der menschen (die weniger riskieren wollen und ihre arbeitsleistung gegen geld zur verfügung stellen) vor den angeblich bösen unternehmern (die minderheit, die persönliches hab und gut riskiert), die arbeitsleistung einkaufen (weil sie sonst nichts weiterbrächten) zu schützen — die unternehmer wissen genau, dass langfristig nur anständige kaufleute erfolgreich sind, dass »wirtschaft nur dann funktioniert, wenn sie in ethischer gesinnung betrieben wird.« (S. 45)

reden unsere »vertreter« also nur deshalb von der kapitalistischen bestie, weil es sich damit vorzüglich von der fratze des systems, der bürokratie, des staatsapparats ablenken lässt?

diese buch hellt auf, klärt und schärft unseren blick.

absolute kaufempfehlung!

arbeit: lesen.

imagefür meine tätigkeit, meine arbeit (work, not labour) ist es notwendig zu lesen. interessanterweise anerkenne weder ich noch mein umfeld das als eine für die arbeit notwendige tätigkeit. mein umfeld meint, ich arbeite ja nicht, ich lese, und auch ich stelle nicht die zum lesen notwendige zeit zur verfügung, sondern nur rand- und lückenzeiten, zeiten, die kaum andere tätigkeiten zulassen, zb wartezeiten am flughafen, im bus, vorm termin, etc..
lesen fühlt sich oft nicht nach arbeiten an, es hat den geruch von kontemplation (vielleicht ist das gar nicht so falsch). dieses in die lücken quetschen lässt sich zum einen darauf zurückführen, dass wir gelernt haben effizient sein zu müssen und also (fast) jede lücke im tagesablauf mit notwendiger (und wertvoller) tätigkeit aufzufüllen haben – nur ja keinen zeitpunkt unproduktiv verstreichen lassen! lesen ist eine tätigkeit, die gut in solche lücken passt. also ist es ineffizient, so unsere schlußfolgerungen, zu anderen zeitpunkten zu lesen, wenn man auch »größere« dinge erledigen könnte, schreiben, zeichnen, den großen wurf entwickeln, …
das ist falsch!
lesen erfordert konzentration und ist essentiell für viele arbeiten. lesen – ergänzt durch schreiben und notizen machen – ist unendlich wertvoll und nützlich. quetscht man das lesen in die pausen und lücken des tages, so vernichtet man potential; außerdem lassen sich notizen und über das gelesene nachdenken schwierig in diesen lücken umsetzen. nicht, dass es unmöglich wäre, aber deutlich schwieriger und komplizierter als würde man zwei stunden am nachmittag dem lesen (mit notieren und reflektieren) widmen.
lesen ist »arbeit«, gehört zur arbeit, zur »work«.

dirk schmauser über seine design-zeit bei F. A. Porsche

die empfehlung lautet: lesenswert.
ein weiteres buch über porsche design, ein ungeschöntes, direktes, unmittelbares. ein persönliches buch, ein rückblick auf die eigene geschichte. keine festschrift, keine schmeichelei oder schönfärberei, sondern ein ehrliches buch. so scheint es. ein buch, aus dem man liest, was man immer irgendwie geahnt hat: nämlich, dass F. A. Porsche, der designer, eher eine kunstfigur war als das universalgenie, das all diese dinge mit dem berühmten aufdruck entworfen hat. man erfährt, dass hinter diesem »design by F. A. PORSCHE« ein team enthusiastisch arbeitender designer stand, dass keineswegs der geniale F. A. die große würfe machte, die details entschied. mitentschied, ja. haltungen vorgab, ja. aber vielmehr handelte es sich um ein (mehr oder weniger) eingespieltes expertenteam; zahnräder, die sauber und präzise ineinandergriffen. dass das so war, verdankte diese maschine einem mann: dirk schmauser. diesem gefühl kann man sich nach der lektüre nicht entziehen.

beschämend, dass dann dieses unternehmen, ein aushängeschild der österreichischen designwirtschaft, ihm ein derartig mickriges zeugnis ausstellte, wie es im buch auf seite 15 gezeigt wird. einem mann, der fast 24 jahre die geschicke der firma lenkte, der wie viele andere österreichischen designer der ersten stunde (beranek, kubelka, häufler, hölbl, peschke, skone, valentinitsch, etc.) produktdesign in der österreichischen wirtschaft salonfähig machte – eine aufgabe, an der wir und auch die nächste designergeneration noch zu arbeiten haben. so jemandem einen vierzeiler als zeugnis auszustellen verwundert und zeugt von geringschätzung. wir wissen zwar nicht, was genau vorgefallen war, aber so groß kann die verfehlung nicht gewesen sein, dass sie all diese leistungen der 24 jahre zuvor zunichte gemacht hat.

das buch liest sich leicht, ist eine unterhaltsame abendlektüre, auch nach einem anstrengenden tag. wir erfahren in groben zügen, wie porsche design arbeitete, wie man dort akquirierte und verträge aushandelte. vor allem junge designer können einige wertvolle tipps mitnehmen oder geschäftsfördernde schlüsse ziehen.

manchmal fällt einem auf, dass offensichtlich der lektor fehlte (diese erste auflage wurde im eigenverlag herausgegeben). aber dafür ist es authentisch: dirk schmauser, wie er leibt und lebt, wie man ihn aus erzählungen von anderen kennt. sein schreibstil, seine direkten und unverblümten aussagen lassen unweigerlich an raymond loewys »never leave well enough alone« denken. das buch hat autobiografische züge, zumindest was schmausers designleben betrifft. offenbar kann gesagt werden: »design by F. A. PORSCHE« heisst auch »design by dirk schmauser«.

ich persönlich kenne herrn schmauser nur aus einem interview, das ich einmal mit ihm führen durfte, und aus unserer korrespondenz, die wir seit damals sporadisch unterhalten – interessante und lehrreiche erfahrunge, die ich nicht missen möchte. ich kann mir vorstellen, dass man als designer unter seiner leitung nicht unbedingt mit glacéhandschuhen angefasst wurde. das mache ich in meinem büro auch nicht. ein designer muss es aushalten, wenn jemand argumente vorbringt. eine verschlüsselung der kritik sollte nicht notwendig sein. unser beruf erfordert schnelligkeit und hohe flexibilität, also anpassung an sich permanent wechselnde rahmenbedingungen. so lief das auch bei porsche design unter schmauser ab. offensichtlich erfolgreich.

schmauser spart auch nicht mit lob, wo es angebracht ist. klar verweist er auf die leistungen der mitarbeiter , ohne deren ideenreichtum und persönliche initiative einige produkte gar nicht angedacht worden wären; er holt sie vor den vorhang, zb.: »[…] war ein glückstreffer für das studio, […]«. schmauser wirft auch ethische fragen des designs auf und versucht darauf zu antworten: ist alles machbare erlaubt? wer braucht ein speedboat?

wer mehr über das studio in zell am see, über die anfänge des design in österreich erfahren will und bereit ist, über die eine oder andere stilblüte zu schmunzeln, dem sei das buch dringend ans herz gelegt. meine sichtweise auf produktdesign hat sich verändert, mein wissensstand hat sich erweitert, meine wertschätzung ist gewachsen. danke für die klarstellungen und die darstellung ihrer sichtweise, herr schmauser.

es geht immer bloß darum, das etwas »nicht häßlich« ist.

freilich gibt es formen, für die man sich verzehren würde – die berühren. manchmal sind diese objekte unerreichbar oder man sieht sich, wenn man sie dann besitzt, auf dauer trotzdem satt – wird der form überdrüssig.

also wählt man das aus, das man sich leisten kann, das einem nützt und das gleichzeitig nicht häßlich ist. (zb ein iPhone)

das kann man gut aushalten.

lesen oder denken

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ich stelle soeben (frustriert) fest: ich kann mich an fast nichts mehr erinnern, was ich von und über adolf loos gelesen habe. also ganz konkret, die texte oder teile davon im detail. stimmungsmäßig kommt es einem bekannt vor. dabei habe ich alle artikel gelesen. vor über 20 jahren. und wenn ich heute in diese bücher sehe, dann ist es (nagut, beinahe) so, als läse ich die texte  das erste mal. wozu also lesen, wenn man das gelesene nicht akkurat parat hat? ja, beschäftigt man sich täglich damit, weiß man es. aber wer kann alles gelesene täglich anwenden?

jetzt könnte man natürlich, wie ich das neuerdings handhabe, relevant erscheinende textteile nicht nur im buch oder kindle markieren, sondern abtippen und abspeichern und auf diese weise leichter auffindbar machen. aber die erinnerung wird deshalb im laufe der zeit kaum weniger verblassen.

die schlußfolgerung: gelesenes macht etwas mit den eigene gedanken. aus. es beeinflusst die arbeit – das kann ich nachvollziehen, loos hat mich beeinflusst –, aber die gedanken loos’ kann ich kaum wiedergeben. es bleibt nur noch selbst zu denken. kein referenzieren mehr, sondern eigenes gedachtes anwenden. auch wenn das von vor 20 jahren gelesenen texten beeinflusst ist. der vater, der lehrer, der meister, sie alle haben einen beeinflusst und können auch nicht mehr nachgelesen und nur selten zitiert werden.

wir orientieren uns also an kant: »habe mut dich deines eigenen verstandes zu bedienen!«

na gut, so sei es. 🙂 

there is no elevator to success. you have to take the stairs.

der author ist unbekannt, aber die weisheit erkennt man immer wieder, wenn man meint, es müsste doch ganz leicht gehen. nur diesen einen stein der weisen finden oder jene abkürzung. aber nein, hartnäckig über die widerstände der gesellschaft klettern und aus den fehlern lernen. dazu gibt es ein schönes zitat von albert schweitzer.

ein aktuelles projekt zeigt mir das gerade wieder sehr anschaulich.

kopfüber ins abenteuer?

kürzlich lese ich wieder einmal im tractatus logico-philosophicus von wittgenstein 😮 und stelle fest: ist noch immer so vertrackt zu lesen wie ehemals. 😉

also beginne ich zu springen, erneut die struktur zu analysieren – da gibt es die hauptsätze und die subsätze, die die hauptsätze erläutern, und die sub-subsätze, die die subsätze erläutern, und die sub-sub-subsätze, die die sub-subsätze noch detailierter ausführen, und die … (you got the idea).

wie viele hauptsätze gibt es überhaupt?

7 – der berühmteste zum schluß: »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen«.

gut. und wie kommt man darauf?

weil man die richtige methode des philosophierens anwenden muss (6.53 [sub-sub]). und »Zu einer Antwort, die man nicht aussprechen kann, kann man auch die Frage nicht aussprechen.« (6.5 [sub]) und, dass es naturgesetze gibt, »[…] kann man nicht sagen: es zeigt sich.« (6.36)

plötzlich erscheint mir das ganze (eher) nachvollziehbar, wittgensteins gedanken werden greifbarer und ich denke mir: das buch verkehrt lesen erleichtert offenbar den zugang. vielleicht sollte auch ich meine gedanken über design kopfüber mitteilen. es könnte sein, dass sich dadurch auch das vertrackte löst.

die arbeit an den »sechs sätzen über design« nimmt konkrete gestalt an. 😉

penibilität / akkuratesse

es könnte sein, dass jene menschen, die es nicht so genau nehmen, schwache dienstleistungen, die unsauber und eigentlich sogar miserabel erbracht werden, aus gründen der eigenen bequemlichkeit und vielleicht auch aus laschheit nicht bemängeln. sie bemängeln es nicht, weil sie es genauso lasch machen würden.

jene menschen, die sich selbst nicht schonen, die selbst nach bestmöglicher leistung streben, beanstanden diese mangelhaften dienstleistungen mit vehemenz. sie sind dafür aber auch immer einem perfektionsdruck ausgesetzt. durch ihre kritik legen sie die beurteilungslatte recht hoch. hoffentlich schaffen sie es immer, dieses gewünschte niveau zu erreichen.

ich weiß wovon ich spreche. 😉

nach B2B und B2C kommt nun D2C.

imageD2C – designer to consumer. so könnte die neue formel lauten, zumindest in manchen bereichen der konsumwelt. die heute zur verfügung stehende technik macht das möglich. der aufstieg chinas ist massiv beteiligt daran. wieso und wie das möglich ist, beschreibt roger ball in seinem buch »DesignDirect«.

bei einem bankett der BODW (business of design week) in hong kong steht plötzlich die frage im raum: »warum gibt es keine designer als CEOs?«. – ja, ein paar gibt es: YouTube, Flickr, SlideShow, Nike und auch Dodge Car, aber die meisten CEOs auf der welt sind rechtsanwälte, betriebswirtschafter, techniker oder marketeers. roger ball, der auch an der hong kong polytechnic university (HKPC, laut dem business week magazin »one of the top design schools in the world«) lehrt, beginnt zu zweifeln, ob die heutige designausbildung noch die richtige ist? ist es nicht höchste zeit, das berufsbild des designers neu zu formulieren?

das buch ist mehrschichtig angelegt. es gibt abschnitte, die basiswissen vermitteln – das könnte langweilen, ist aber auch eine gute auffrischung des (als designer) bereits gewußten. dann gibt es abschnitte, die grundsätzlich das neues geschäftsmodell der designer erklären, DesignDirect oder wie ich es nenne: D2C. das alles eingebettet in den bericht über den verlauf des prototypischen master-design-lehrgangs an der HKPC, den ball leitet.

grundsätzlich daran interessiert, wie dieses DesignDirect-modell aussieht, wurde ich im laufe des buches immer neugieriger wie die neue form des lehrens funktionierte. designstudenten sollten wie CEOs agieren, sollten darauf achten, dass sie ihre produktidee zeitgemäß und effektiv promoten. sie sollten für sich selbst arbeiten und eine design-driven-brand entwickeln. die prüfung erfolgte über eine google-suche: die studenten mußten für ihr produkt eine eigene website vorbereiten und diverse social media kanäle mit inhalten füllen. die angabe von drei suchbegriffen sollte dann reichen, um (möglichst) auf der ersten seite des suchergebnisses sichtbar zu werden. die präsentation der arbeit erfolgte dann über die angezeigten links: zur eigenen website, zu youtube-videos, facebook, etc. es war spannend zu lesen, welche maßnahmen gesetzt wurden und wie es gelang die studenten zu motivieren.

all das ist auch für den etablierten designer interessant, für jeden unternehmer sowieso. die allgemeinen informationen über branding und packaging könnte man überspringen, sind aber eine gute auffrischung des eigenen wissens.

ich bin seit mehr als 25 jahren im designgeschäft aktiv. mir gefiel dieser ansatz und ich las das buch mit großem interesse. auch wir designer müssen uns daran gewöhnen, dass sich unser berufsbild verändert. nachdem das berufsbild/geschäftsmodell der gemüsehändler, der schuster, der reprofotographen, der buchsetzer, der buchhändler, der musikbranche, der unterhaltungselektronik, … heute oft ein krass anderes ist als noch vor 10, 20 jahren, ist nun unser beruf an der reihe. roger ball zeigt uns die zeichen der zeit, auf dass wir selbst die für uns passenden schlüsse daraus ziehen. es könnte sein, dass der designer in zukunft kein dienstleister für hersteller von gegenständen mehr ist, sondern diese gegenstände selbst vertreibt. es könnte sein, dass der designer in zukunft unternehmensformen gestaltet, geschäftsmodelle, vertriebskanäle, ertragsmechaniken. aus kundensicht und unter berücksichtigung der kaufmännischen und technischen rahmenbedingungen (so gesehen, also nichts neues).

ich bin da ganz auf seiner linie, wenn er vertritt: design ist mehr als die schöne form. nicht CEOs müssen designer werden – wie nußbaum schon 2007 (falsch) schrieb –, sondern designer müssen (können heute) CEOs werden. roger ball: »this is the dawn of a new era in design and entrepreneurship – DesignDirect.«

klare kaufempfehlung. *****

kooperation

die tatsache einer zusammenarbeit erkennt man nicht daran, dass die beteiligten personen am gleichen ort arbeiten. um zusammenzuarbeiten braucht es nicht primär den gemeinsamen ort, sondern es braucht gemeinsame haltung und absicht. es braucht gegenseitige wertschätzung und interesse an der meinung des anderen.

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wieder nicht geschafft

ich habs wieder nicht gemacht. zu feige. vor über einem monat schrieb ich, dass ein blog kein manifest und kein essay ist, dass es sich mehr um einen gedankenspeicher handelt. diese gedanken bezeichnete ich als die kieselsteine unter denen sich gelegentlich auch ein edelstein entdecken lässt. jedenfalls sind es gedanken, deren veröffentlichung dazu dient, dass freunde, interessierte, der rest der welt, … dazu stellung beziehen können, dass sie diese gedanken kommentieren und sie reifen lassen. die gereiften gedanken könnten dann die basis für einen essay oder einen umfassenderen text bilden.

seitdem ich das schrieb, habe ich zwischen zehn und 15 gedanken digital und auf papier notiert, zwei weitere diktiert (weil beim gehen kann ich nicht schreiben) und keinen einzigen davon veröffentlicht, mit der inneren ausrede: das muß ich nochmals durchdenken, schöner formulieren und werde ich dann veröffentlichen, wenn ich mehr zeit dafür habe. aber, die vergangenheit beweist es, dazu kommt’s nicht. selten. die zeit nehm ich mir nicht und dann sind da schon wieder die nächsten gedanken.

dieser text ist die »warnung« an meine leser. 😉 ab jetzt will ich diese gedanken alle rauslassen in die wildheit der öffentlichkeit. damit sie das publikum besser einordnen kann, werde ich jeden dieser gendanken als »kieselstein« markieren (taggen). mal sehen was die werte leserschaft dazu sagt. die könnte ja dann (gelegentlich) dem kieselsteinstatus widersprechen.

der weblog

ein blog ist kein essay, kein buch, kein manifest. es ist eine ansammlung von gedanken, der ort ihrer reifung. diese gedankenfragmente manifestieren sich durch schreiben des blogs. es sind fundstücke der persönlichen gedankenwelt. manche sind bloß kieselsteine, ein paar sind smaragde und vielleicht versteckt sich auch einmal ein diamant in diesen bruchstücken. eines tages werden sie geordnet, geschliffen und poliert.

worum geht’s im service design

im service design geht es darum die berührungspunkte (touchpoints) zwischen dem kunden und dem unternehmen optimal zu gestalten, sodass einerseits interne prozesse effizient abgewickelt werden und andererseits diese leistungen vom kunden als großartiges erlebnis wahrgenommen werden.

service designer bringen die kundensicht ein und erarbeiten gemeinsam mit und als sparringpartner der internen experten diese großartigen erlebnisse.

alles kleinschreiben, warum?

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich meine Text kleinschreibe. Achja, und man weist mich darauf hin, dass der kleingeschriebene Text viel schlechter lesbar wäre. Da möchte ich dann immer an das Kapitel »kleinschreibung« aus »integriert entwerfen«, rudolf greger, christoph pauschitz, wien 1992, verweisen. 2009 habe ich diesen Text in eine Kurzfassung gebracht (»design im marketing – mittel zum zweck«, rudolf greger, wien 2009), die ich hier, nochmals editiert, zur Verfügung stelle und auf die ich in Zunkunft verweisen kann.

Ende der 80er Jahre habe ich mich an der Universität für angewandte Kunst intensiv mit Typografie beschäftigt und eine interessante Entdeckung gemacht: Das Kleinbuchstabenalphabet ist eine evolutionäre Weiterentwicklung des Großbuchstabenalphabets. Seit jener Zeit schreibe ich klein, aus innerer Überzeugung. Ich unterschreibe auch in Kleinbuchstaben.

Die Lesbarkeit der Texte wird durch Kleinschreibung nicht beeinträchtigt. Es ist eher eine Frage der Gewohnheit und des Willens, der Offenheit und der Sensibilität, ob man einen Text in Groß-Klein-Schreibung oder in Kleinschreibung lesen kann/will, ob man Sinnveränderungen feststellt oder Schwierigkeiten beim Verstehen eines Textes hat. Würde ich Ihnen das Geschriebene erzählen (in einem Hörbuch zum Beispiel), dann würden Sie auch keinen Unterschied zwischen groß- und kleingeschriebenen Wörtern erkennen können. Ja, es stimmt, die Unterscheidung zwischen »Sie« (lieber Leser) und »sie« (die da drüben) ist schwieriger, wenn beides kleingeschrieben ist. Aber diese Unterscheidung fällt uns doch auch nicht schwer, wenn »sie« (die da drüben) am Satzanfang steht und daher großgeschrieben ist. »Sie« ist durch den Kontext leicht erkennbar. Eine solche Argumentation greift also zu kurz.

So wie ich beim Brauch, die Olympische Fackel durch die Welt zu tragen, nachdenken müsste, welchen Ursprung dieser Brauch tatsächlich hat, und beurteilen müsste, ob ich ihn wirklich pflegen will, ob ich mich dafür einsetze oder ob es nicht doch nur ein Brauch aus einer Zeit ist, in der es darum ging, die Massen zu manipulieren, genau so muss ich mir beim Brauch, groß-klein zu schreiben, Gedanken über den Ursprung machen:

Der Brauch der Groß-Klein-Schreibung hat seinen Ursprung in der Renaissance. Es war ein Irrtum, oder polemisch ausgedrückt: eine subtile Methode der Herrschaftsausübung. Man entdeckte die großen Inschriften der Römer auf ihren Triumphbögen und Grabsteinen mit der aus der griechischen Kapitale weiterentwickelten und verfeinerten römischen Kapitalis und meinte damit besondere Worte oder den Seitenbeginn schmücken zu müssen. Texte des täglichen Gebrauchs hatte man bis dahin ausschließlich in Kleinbuchstaben geschrieben. Selbst die Römer mit ihren prächtigen Inschriften hatten für die alltägliche Korrespondenz eine schneller schreibbare und vor allem besser lesbare römische Kursive entwickelt – besser lesbar, weil Ober- und Unterlängen eine charakteristische Wortsilhouette erzeugen. 

Für fast 1500 Jahre wurde ausschließlich kleingeschrieben. Karl der Große machte die karolingische minuskel (eine kleinbuchstabenschrift) zur verbindlichen verwaltungsschrift in seinem reich. Aus ihr entwickelte sich die humanistische minuskel, die kleinbuchstaben unserer lateinschrift. Wie gesagt, dann, in der renaissance, kam man (künstler?) auf die idee, wörter durch Großbuchstaben auszuzeichnen. Zuerst nur bestimmte, wenige wörter, wie Kaiser, Thron, später dann auch Stadt und Bürger. Großbuchstaben als zeichen der Repräsentation, um zu zeigen, wie wichtig man ist. die großbuchstaben wurden verwendet, um unterschiede sichtbar zu machen, um zu werten. aber wir alle, die wir managementbücher lesen, wissen, dass werten nicht zum erfolg führt. aus diesem grund schreibe ich klein. mit kleinschreibung kann und will ich die menschen nicht direkt beeinflussen. aber mit kleinschreibung kann ich zum nachdenken darüber anregen. mit kleinschreibung kann ich ein zeichen meiner gesinnung setzen, um zu zeigen, gerade jetzt (oder noch immer1), dass deutsch nicht die etwas bessere sprache ist, die groß-klein-schreibung braucht und die ihre wörter mit großbuchstaben schmückt. ist ihnen eigentlich aufgefallen, dass sie seit zirka 100 wörtern kleingeschriebenes lesen? kleinschreibung ist heute nichts besonderes mehr. auch hier hat das internet seinen beitrag zur demokratisierung geleistet. die bequemlichkeit der menschen, e-mails der einfachheit halber kleinzuschreiben, die gewohnheit, englische texte zu lesen, die art, wie sms geschrieben werden, all das führt dazu, dass kleinschreibung immer weniger auffällt. und schon gar nicht die lesbarkeit negativ beeinflusst. nüchtern betrachtet, steigern kleinbuchstaben die lesbarkeit, weil die unterscheidbarkeit zwischen den buchstaben leichter ist – sie haben mehr charakter. kleinbuchstaben sind der leistungsträger der geschriebenen sprache! der wert eines satzes ist nicht das substantiv, sondern das verb, das gibt dem satz erst sinn. großbuchstaben fördern imperiales denken – aber das wäre ein anderes buch.