vision & strategie. fantastisch, praktisch und schnell erfassbar.

ein fantastisches buch. – schnell zu lesen, guter einstieg, nützliche tools, um sofort zu starten!

fantastisch weil es auf den punkt bringt, was zahlreiche theorie-bücher über viele seiten ausbreiten. es ist genau das konzentrat, das der praktiker (auch pragmatiker) braucht, genau das, was einem einzelunternehmer nützt, ohne ihn mit langem lesen aufzuhalten. eine klare empfehlung für KMUs und EPUs aller gewerke und branchen, aber insbesondere für die mitglieder der »creative industries«.

das buch hat all die merkmale, die unsere zeit zu erzwingen scheint:

– kurze, prägnante information, also schnell zu lesen. in ein bis eineinhalb stunden hat man das buch locker gelesen. für die übungen nimmt man sich freilich deutlich länger zeit.

– eine klare, flüssige sprache, also leicht zu lesen, unterhaltsam.

– eine übersicht an nützlichen »werkzeugen«, mit denen sich der einzelunternehmer der thematik ohne großen ballast annähern kann.

würde jeder unternehmer zunächst damit (mit diesem buch und seinen empfehlungen) seine unterlagen vorbereiten und sich über seinen unternehmenszweck klarheit verschaffen, dann würden weit weniger unternehmer jahrelang herumwursteln. man wüsste, was man (im moment) beabsichtigt und daher verfolgen sollte. man weiß dann auch, dass man das bei der mindestens jährlich durchzuführenden strategieklausur jederzeit korrigieren kann. und man weiß, dass man nicht nur strategisch planen, sondern im alltag auch strategisch denken kann. das ergebnis: klarheit und flexibilität in der unternehmensführung.

es ist nicht gesagt, dass dieses buch (dieses wissen) einem vor dem scheitern schützt, aber es macht bewußt, woran man scheitern könnte und zwingt einen den tatsachen ins auge zu sehen. speziell für unternehmen der kreativwirtschaft gilt es farbe zu bekennen: bin ich künstler (und mache was mir gefällt) oder dienstleister (biete also dienste an, die menschen nachfragen).

das buch ist für alle EPUs und KMUs ein gewinn, ob klassische wirtschaft oder kreativwirtschaft. jeder dieser (angehenden und erfahrenen) unternehmer soll sich mit seiner strategie befassen. dieses buch macht es einem leicht.

klare kaufempfehlung.

(einzige kritik: die vormarkierten stellen. es wirkt als hätte ich es bereits gelesen und mit einem leuchtmarker wichtige stellen markiert. hatte ich aber nicht. das lenkte mich (besonders visuell veranlagt) stark beim lesen ab. außerdem erscheint es mir bevormundend, ich entscheide lieber selbst, was mir wichtig und unterstreichenswürdig erscheint. aber das ist vielleicht ein zugeständnis für die leser aus der kreativen welt, die ein bißchen unterstützung brauchen, die anderen wird es nicht stören, daher kein punkteabzug. das buch ist kurz und knapp, gut zu lesen, das hätte ein kreativer auch ohne markierungen schaffen müssen.)

im übrigen bin ich der meinung, dass designen zentraler bestandteil jeder unternehmensstrategie sein muss. (aber das ist ein anderes buch ;-))

entwerfen – to design

man fragt mich, wie kann man zwischen einzelnen designdisziplinen hin und her springen? warum ist man nicht auf eine einzige abonniert, voll konzentriert, spezialisiert?

für mich ist entwerfen mittel zum zweck. der zweck ist erkenntnis. diese erkenntnis gilt es zu teilen, mitzuteilen. durch texte & vorträge.

nachdem es primär um erkenntnis geht, die durch entwurfsarbeit zu erzielen ist, ist die entwurfstechnik, die designdisziplin irrelevant. die erkenntnis ergibt sich durch grafikdesign, industrial design, interaction design, servicedesign, webdesign, etc. kurz, durch gestalten.

wesentlich erscheint mir der dahinter liegende antrieb zu sein: eine verbesserung einer situation herbeizuführen. was besser ist, ist freilich zu diskutieren. einfacher ist besser.

design? design!

klar geht es um ästhetik. »never leave well enough alone« (loewy) – begnüge dich nicht mit ausreichend, mit mittelmaß, mit »passt eh« oder – falsch übersetzt und doch passend – häßlichkeit verkauft sich schlecht. strebe nach exzellenz in allem (steve jobs, tom peters).

aber ästhetik muss hier breiter verstanden werden. – schritt 1. ökonomisch: »the most beautiful curve is a rising sales graph« (loewy). – schritt 2. nicht bloß sichtbar, sondern auch erlebbar: experience der user, der nutzer (konsumenten, mitarbeiter, manager, chefs, etc.) – schritt 3. organisation – schritt 4. gesellschaft: der anthropologe sagt uns, der mensch existiert nur durch design, design sichert(e) ihm sein überleben.

design, das ist gestaltung mit dem verfügbaren, ein arbeiten vom ist zum soll, es ist effectual. der designer verbindet dann doch die punkte vorausschauend – zum wohle der nutzer.

effizienz

es scheint so zu sein, dass eine sorgfältige tagesplanung mit definierten pausen und arbeitsphasen die 90 minuten nicht überschreiten wesentlich mehr output ermöglichen als das »dahin-arbeiten«, also eine aufgabe nach der anderen abarbeiten, dran zu bleiben, so lange es dauert. plötzlich ist mittag und mittag vorbei und die eine aufgabe ist noch immer in arbeit. war sie so aufwändig oder verleitet dieses »dahin-arbeiten« zum brodeln? ich werde es weiterhin untersuchen.

6 sätze über design (3)

konzentration ist gefragt.und eiserne disziplin.
das buch soll fertig werden und die gedanken damit geordnet sein.

also täglich um 5:00 aufstehen und schreiben. heute, war der erste tag dieses »neuen konzepts«. ich war müde. doch das schreiben, wenn ich zum schreiben kam (man muss erst wieder lesen, was alles bereits geschrieben ist), ist erfüllend und energetisierend. aber man muss wissen, was genau es zu schreiben gilt, man muss abends vorbereiten, was tagsdarauf morgens getippt werden soll.

nach den ersten eineinhalb stunden war ich hungrig und müde und missmutig.

nach dem kurzen frühstück voller tatendrang und begeistert. morgen geht es wieder los um 5:00.

im design ist es anders

die unzufriedenheit entsteht durch das nicht erkennen können des arbeitsfortschritts. es gibt viele dinge zu tun, zu überlegen, zu zeichnen; in unterschiedlicher, oft schnell abwechselnder folge. man macht das eine, wird zum anderen inspiriert, schiebt etwas drittes ein, verdichtet das erste, unterbricht frustriert, weil es schon wieder abend ist, und beginnt von neuem am nächsten tag. und immer wieder passiert es dann, dass man überrascht wird, weil plötzlich mehrere dinge zugleich gelöst sind. nicht »werden«, plötzlich »sind« sie gelöst. das »werden« bemerkt man kaum, das ist das, was während dieser frustrationsphasen passiert; genau das kann man nicht sehen/erkennen. könnte man es erkennen, dann wären da keine frustrationen und qualen, dann könnte man zufrieden sein mit dem arbeitsfortschritt. aber es ist eben nicht so linear, wie zum beispiel beim bauen einer mauer. drei viertel der arbeitsleistung liefert vielleicht nur ein achtel des ergebnisses, aber ist das fundament. das restliche viertel ist ein spaziergang, der mit leichtigkeit die anderen sieben achtel des ergebnisses generiert. aber kann diese ersten drei viertel nicht überspringen.
grade eben erlebe ich wieder diese ohnmacht. diesmal aber spüre ich, dass mehrere dinge zugleich gelöst werden. mal sehen, wann es sichtbar wird.

6 sätze über design (2)

ein rückschlag. bei der heftigen überlegung, worin der unterschied zwischen einem designer und einem unternehmer besteht, kommt die schreibsoftware aus dem tritt und »hängt sich auf«. dummerweise schaffte es die speicherautomatik nicht die letzten paar minuten (sekunden? für mich waren es stunden) abzuspeichern. eine bereits verlorengeglaubte körperreaktion stellt sich ein, hitze durchströmt den körper, wut, enttäuschung – dann, der versuch zu erinnern was alles dabei war, das nun verloren scheint. keine chance. es wurde alles gesagt (d.h. geschrieben) und daher ist der kopf nun leer. ich bringe kaum noch einen halbsatz zusammen, dieser noch kurz vorhin strömenden gedanken. jetzt braucht es geduld. ich bin sicher, irgendwo drin in mir, finde ich es wieder.

doga do go.

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es scheint so, als müsste man zunächst alle seine gedanken und ideen einzeln fixieren. jeder gedanke ein essay. dann, wenn ein stapel an papieren vorliegt, kann man diese gedanken in eine ordnung bringen. und dann erst, kann man den roten faden erkennen oder herausarbeiten, damit auch anderen den eigenen gedanken folgen können. manchmal habe ich den eindruck, der wunsch sich nicht zu wiederholen hemmt beim schreiben. mit diesem konzept könnte es gelingen, weil die einzelnen aufsätze einander ergänzen, sich gegenseitig zitieren, ein netz der überlegungen sichtbar wird. zu doga gibt es nun ein paar essays und ein paar skizzen.

rezension: würdigung der unternehmerethik

ein geniales büchlein!
ein motivator im (manchmal mühseligen) unternehmeralltag.
und eines der drei bücher, die ich auf die sprichwörtliche insel mitnehmen würde (die anderen sind peter druckers »the effective executive« und ayn rands »der streik«).

die autoren rahim taghizadegan, eugen-maria schulak und georg greutter beschreiben ein anderes, das wahre bild des unternehmers. eines umsichtigen, vorausschauenden, der gesellschaft dienen wollenden menschen. …

der unternehmer ist kein manager (obwohl er managt), der unterschied ist er besitzt. ein unternehmer schafft ein nachhaltiges unternehmen, damit er es seinen kindern weitergeben kann. das büchlein ist eine erfrischende alternative zur sozialromantik und zur politischen lüge, wonach die menschen vorm kapitalismus durch das »system« zu schützen sind, anstatt dass sie eigenverantwortung übernehmen. dieses büchlein zeigt, dass es ethisches unternehmertum gibt und klärt auf, dass es davon mehr gäbe, würden die politischen systeme das nicht massiv behindern.

ein empfehlung auch (insbesondere) für die gegner des freien unternehmertums. an diesen argumenten sollen sie die ihren messen. im besten sinne der wiener schule: möge dann das bessere argument gewinnen.

ein auszug, S. 70:
»[im alten ägypten] lastete der zehent schwer auf den schultern der menschen, die obrigkeit war deshalb verhasst. zehn prozent – da würde man heute von steueroase sprechen! […]. [heutzutage] werden steuersätze, für die man einst jeden könig gehängt hätte, als »selbstgewählt« erduldet.«

jetzt verstehe ich warum politiker im allgemeinen gegen die freie marktwirtschaft sind. ein unternehmen »staat« wäre in einer freien, einer wirklich freien marktwirtschaft längst zig-mal bankrott. es geht also gar nicht darum die mehrzahl der menschen (die weniger riskieren wollen und ihre arbeitsleistung gegen geld zur verfügung stellen) vor den angeblich bösen unternehmern (die minderheit, die persönliches hab und gut riskiert), die arbeitsleistung einkaufen (weil sie sonst nichts weiterbrächten) zu schützen — die unternehmer wissen genau, dass langfristig nur anständige kaufleute erfolgreich sind, dass »wirtschaft nur dann funktioniert, wenn sie in ethischer gesinnung betrieben wird.« (S. 45)

reden unsere »vertreter« also nur deshalb von der kapitalistischen bestie, weil es sich damit vorzüglich von der fratze des systems, der bürokratie, des staatsapparats ablenken lässt?

diese buch hellt auf, klärt und schärft unseren blick.

absolute kaufempfehlung!

If you wait until you are ready, it is almost certainly too late.

seth godin

sieh’ genau hin!

wir müssen wieder lernen genau hinzusehen. es braucht zunächst immer eine präzise beobachtung der tatsachen und dann erst die analyse. das erinnert mich an aktzeichnen oder das zeichnen von stilleben. der zeichenlehrling schaut hin und zeichnet dann das gesehene aus dem gedächtnis oder seiner erfahrung. die zeichnung stimmt nur bei autisten mit der realität überein. die könner beobachten genau und zeichnen nur das, was sie wirklich sehen; zb den durch die perspektive drastisch verkürzten oder gar nicht sichtbare arm. das gleiche gilt in der gestaltungsarbeit. so manche manager gestalten prozesse wie zeichenlehrlinge. sie sehen hin und arbeiten dann mit ihren erfahrungen und aus dem gedächtnis, also mit den angenommenen einschränkungen ihres umfelds. besser ist es, nach dem ersten (groben) hinsehen neuralgische punkte zu identifizieren und diese dann genauer zu untersuchen, hypothesen zur verbesserung aufzustellen und, wieder durch genau beobachten und ausprobieren, diese zu überprüfen – der servicedesigner hilft dabei.
oft erlebe ich, dass ein problem beschrieben wird, die arbeitsgruppe grob hinsieht und eine (sozusagen aus der ferne) erste analyse als die ursache der problematik akzeptiert. beim genaueren, längeren hinsehen aber hätte man andere, diffizilere ursachen erkannt. denn erst wenn auf diese ursachen reagiert wird kann man den zu bearbeitenden prozess verbessern – wie gesagt, der servicedesigner hilft dabei.

arbeit: lesen.

imagefür meine tätigkeit, meine arbeit (work, not labour) ist es notwendig zu lesen. interessanterweise anerkenne weder ich noch mein umfeld das als eine für die arbeit notwendige tätigkeit. mein umfeld meint, ich arbeite ja nicht, ich lese, und auch ich stelle nicht die zum lesen notwendige zeit zur verfügung, sondern nur rand- und lückenzeiten, zeiten, die kaum andere tätigkeiten zulassen, zb wartezeiten am flughafen, im bus, vorm termin, etc..
lesen fühlt sich oft nicht nach arbeiten an, es hat den geruch von kontemplation (vielleicht ist das gar nicht so falsch). dieses in die lücken quetschen lässt sich zum einen darauf zurückführen, dass wir gelernt haben effizient sein zu müssen und also (fast) jede lücke im tagesablauf mit notwendiger (und wertvoller) tätigkeit aufzufüllen haben – nur ja keinen zeitpunkt unproduktiv verstreichen lassen! lesen ist eine tätigkeit, die gut in solche lücken passt. also ist es ineffizient, so unsere schlußfolgerungen, zu anderen zeitpunkten zu lesen, wenn man auch »größere« dinge erledigen könnte, schreiben, zeichnen, den großen wurf entwickeln, …
das ist falsch!
lesen erfordert konzentration und ist essentiell für viele arbeiten. lesen – ergänzt durch schreiben und notizen machen – ist unendlich wertvoll und nützlich. quetscht man das lesen in die pausen und lücken des tages, so vernichtet man potential; außerdem lassen sich notizen und über das gelesene nachdenken schwierig in diesen lücken umsetzen. nicht, dass es unmöglich wäre, aber deutlich schwieriger und komplizierter als würde man zwei stunden am nachmittag dem lesen (mit notieren und reflektieren) widmen.
lesen ist »arbeit«, gehört zur arbeit, zur »work«.

warten auf den rechten moment?

man muss nicht warten, bis der geeignete augenblick kommt, man muss einfach handeln und es ist der geeignete moment.
      braucht es also bloß eine festgelegte routine, um sich dazu zu bringen, regelmäßig zu arbeiten?

was design? 2

der designer wünscht es sich »einfach«!
für alle!
er beobachtet, wie menschen scheitern und daran schier verzweifeln. er fragt sich, ob das so sein muss und überlegt, wie es — einfacher (!) — sein kann. wie könnte so ein prozess ablaufen, so eine handlung, dass man freude daran hat, dass man es versteht, überblickt, kontrolliert, jedenfalls keine angst davor hat oder davon irritiert wird.
er nutzt seine denkweise, seine kultivierte naivität, um den dingen die komplexität zu nehmen. damit gelingt ihm der einfache zugang – der vereinfachende.
i.a. ist er nicht wählerisch mit der aufgabe – er nimmt jede fragestellung an und trachtet danach sie zu lösen.

was design? 1

der anthropologe leidet unter der oberflächlichkeit der designer. sie gestalten die konsumwelt und schaffen begehrlichkeiten. die kreative kraft sollte besser zur lösung der wahren probleme genutzt werden, der wahren weltprobleme: genug trinkwasser, kein hunger, heimat/wohnung, etc.

ja, vielleicht ist dieser vorwurf gerechtfertigt. manchmal. auf der anderen seite ist es bequem, zu sagen: der designer soll die probleme mit seiner kreativität lösen, während der anthropologe sich darauf beschränkt sie aufzuzeigen.

jeder, der veränderung wünscht, kann veränderung einleiten. — so gesehen macht das der anthropologe sogar, indem er den designer anfeuert. die frage ist, welchen problemen räumen wir höchste priorität ein: den fernen oder den nahen? ist tatsächlich in der ersten welt alles so fein gelöst und in ordnung, dass wir uns um die dritte sorgen sollen? ist es tatsächlich in unserer stadt so großartig, dass wir uns lieber um den rest der ersten welt sorgen sollen? und ist es tatsächlich in unserer familie so harmonisch, sodass wir nun zeit genug haben uns um die nachbarn, um unsere stadt zu kümmern? das alles sind hehre und schöne aufgaben, löblich, wenn wir sie übernehmen und lösen. aber doch erst dann, wenn wir unsere hausaufgaben gemacht haben, wenn unser haushalt stimmt. das empfahl uns bürgern bereits thoreau im 19 jhdt.

der designer denkt nach, was ihn antreibt. [fortsetzung folgt]

dirk schmauser über seine design-zeit bei F. A. Porsche

die empfehlung lautet: lesenswert.
ein weiteres buch über porsche design, ein ungeschöntes, direktes, unmittelbares. ein persönliches buch, ein rückblick auf die eigene geschichte. keine festschrift, keine schmeichelei oder schönfärberei, sondern ein ehrliches buch. so scheint es. ein buch, aus dem man liest, was man immer irgendwie geahnt hat: nämlich, dass F. A. Porsche, der designer, eher eine kunstfigur war als das universalgenie, das all diese dinge mit dem berühmten aufdruck entworfen hat. man erfährt, dass hinter diesem »design by F. A. PORSCHE« ein team enthusiastisch arbeitender designer stand, dass keineswegs der geniale F. A. die große würfe machte, die details entschied. mitentschied, ja. haltungen vorgab, ja. aber vielmehr handelte es sich um ein (mehr oder weniger) eingespieltes expertenteam; zahnräder, die sauber und präzise ineinandergriffen. dass das so war, verdankte diese maschine einem mann: dirk schmauser. diesem gefühl kann man sich nach der lektüre nicht entziehen.

beschämend, dass dann dieses unternehmen, ein aushängeschild der österreichischen designwirtschaft, ihm ein derartig mickriges zeugnis ausstellte, wie es im buch auf seite 15 gezeigt wird. einem mann, der fast 24 jahre die geschicke der firma lenkte, der wie viele andere österreichischen designer der ersten stunde (beranek, kubelka, häufler, hölbl, peschke, skone, valentinitsch, etc.) produktdesign in der österreichischen wirtschaft salonfähig machte – eine aufgabe, an der wir und auch die nächste designergeneration noch zu arbeiten haben. so jemandem einen vierzeiler als zeugnis auszustellen verwundert und zeugt von geringschätzung. wir wissen zwar nicht, was genau vorgefallen war, aber so groß kann die verfehlung nicht gewesen sein, dass sie all diese leistungen der 24 jahre zuvor zunichte gemacht hat.

das buch liest sich leicht, ist eine unterhaltsame abendlektüre, auch nach einem anstrengenden tag. wir erfahren in groben zügen, wie porsche design arbeitete, wie man dort akquirierte und verträge aushandelte. vor allem junge designer können einige wertvolle tipps mitnehmen oder geschäftsfördernde schlüsse ziehen.

manchmal fällt einem auf, dass offensichtlich der lektor fehlte (diese erste auflage wurde im eigenverlag herausgegeben). aber dafür ist es authentisch: dirk schmauser, wie er leibt und lebt, wie man ihn aus erzählungen von anderen kennt. sein schreibstil, seine direkten und unverblümten aussagen lassen unweigerlich an raymond loewys »never leave well enough alone« denken. das buch hat autobiografische züge, zumindest was schmausers designleben betrifft. offenbar kann gesagt werden: »design by F. A. PORSCHE« heisst auch »design by dirk schmauser«.

ich persönlich kenne herrn schmauser nur aus einem interview, das ich einmal mit ihm führen durfte, und aus unserer korrespondenz, die wir seit damals sporadisch unterhalten – interessante und lehrreiche erfahrunge, die ich nicht missen möchte. ich kann mir vorstellen, dass man als designer unter seiner leitung nicht unbedingt mit glacéhandschuhen angefasst wurde. das mache ich in meinem büro auch nicht. ein designer muss es aushalten, wenn jemand argumente vorbringt. eine verschlüsselung der kritik sollte nicht notwendig sein. unser beruf erfordert schnelligkeit und hohe flexibilität, also anpassung an sich permanent wechselnde rahmenbedingungen. so lief das auch bei porsche design unter schmauser ab. offensichtlich erfolgreich.

schmauser spart auch nicht mit lob, wo es angebracht ist. klar verweist er auf die leistungen der mitarbeiter , ohne deren ideenreichtum und persönliche initiative einige produkte gar nicht angedacht worden wären; er holt sie vor den vorhang, zb.: »[…] war ein glückstreffer für das studio, […]«. schmauser wirft auch ethische fragen des designs auf und versucht darauf zu antworten: ist alles machbare erlaubt? wer braucht ein speedboat?

wer mehr über das studio in zell am see, über die anfänge des design in österreich erfahren will und bereit ist, über die eine oder andere stilblüte zu schmunzeln, dem sei das buch dringend ans herz gelegt. meine sichtweise auf produktdesign hat sich verändert, mein wissensstand hat sich erweitert, meine wertschätzung ist gewachsen. danke für die klarstellungen und die darstellung ihrer sichtweise, herr schmauser.

es geht immer bloß darum, das etwas »nicht häßlich« ist.

freilich gibt es formen, für die man sich verzehren würde – die berühren. manchmal sind diese objekte unerreichbar oder man sieht sich, wenn man sie dann besitzt, auf dauer trotzdem satt – wird der form überdrüssig.

also wählt man das aus, das man sich leisten kann, das einem nützt und das gleichzeitig nicht häßlich ist. (zb ein iPhone)

das kann man gut aushalten.

lesen oder denken

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ich stelle soeben (frustriert) fest: ich kann mich an fast nichts mehr erinnern, was ich von und über adolf loos gelesen habe. also ganz konkret, die texte oder teile davon im detail. stimmungsmäßig kommt es einem bekannt vor. dabei habe ich alle artikel gelesen. vor über 20 jahren. und wenn ich heute in diese bücher sehe, dann ist es (nagut, beinahe) so, als läse ich die texte  das erste mal. wozu also lesen, wenn man das gelesene nicht akkurat parat hat? ja, beschäftigt man sich täglich damit, weiß man es. aber wer kann alles gelesene täglich anwenden?

jetzt könnte man natürlich, wie ich das neuerdings handhabe, relevant erscheinende textteile nicht nur im buch oder kindle markieren, sondern abtippen und abspeichern und auf diese weise leichter auffindbar machen. aber die erinnerung wird deshalb im laufe der zeit kaum weniger verblassen.

die schlußfolgerung: gelesenes macht etwas mit den eigene gedanken. aus. es beeinflusst die arbeit – das kann ich nachvollziehen, loos hat mich beeinflusst –, aber die gedanken loos’ kann ich kaum wiedergeben. es bleibt nur noch selbst zu denken. kein referenzieren mehr, sondern eigenes gedachtes anwenden. auch wenn das von vor 20 jahren gelesenen texten beeinflusst ist. der vater, der lehrer, der meister, sie alle haben einen beeinflusst und können auch nicht mehr nachgelesen und nur selten zitiert werden.

wir orientieren uns also an kant: »habe mut dich deines eigenen verstandes zu bedienen!«

na gut, so sei es. 🙂 

there is no elevator to success. you have to take the stairs.

der author ist unbekannt, aber die weisheit erkennt man immer wieder, wenn man meint, es müsste doch ganz leicht gehen. nur diesen einen stein der weisen finden oder jene abkürzung. aber nein, hartnäckig über die widerstände der gesellschaft klettern und aus den fehlern lernen. dazu gibt es ein schönes zitat von albert schweitzer.

ein aktuelles projekt zeigt mir das gerade wieder sehr anschaulich.

was können designer eigentlich wirklich tun?

der designer gestaltet die dinge, situationen, die ihn interessieren und die an ihn herangetragen werden. er stülpt dabei seine methoden über die traditionellen vorgangsweisen in diesen gebieten. dadurch entstehen andere, neue ergebnisse, die manchmal auch als innovationen bezeichnet werden können.

diese seine arbeitsweise nennen manche kollegen und berater »design thinking« — ich nenne es, die denkweise eines designers.

am schnellsten kann man diese (andere) denkweise nutzen, wenn man einen designer mit der anstehenden aufgabe befasst, unabhängig davon, ob das eine »typische designaufgabe« ist oder nicht, unabhängig davon, ob der designer so eine aufgabe schon einmal bearbeitet hat oder nicht.

im moment des schreibens, drängt es mich öfters von »lösungen« zu schreiben, aber das ist nicht der punkt. der designer ist nicht so tollkühn zu behaupten, er wüßte für alles eine lösung. der designer nutzt einfach seine »kultivierte naivität« und bearbeitet mit seinen methoden die gegebene aufgabe. er macht das nicht im alleingang. damit eine aufgabe gelingt (und sie kann nur gelingen) arbeitet der designer im team mit den anderen experten, mit externen und mit denen aus dem auftraggeberunternehmen. design ist teamarbeit.

ein designer kann alles bearbeiten. in diesem zusammenhang erinnere ich an ein interview von charles eames: man fragte ihn »what are the boundaries of design?« und er antwortete: »what are the boundaries of problems?«

kopfüber ins abenteuer?

kürzlich lese ich wieder einmal im tractatus logico-philosophicus von wittgenstein 😮 und stelle fest: ist noch immer so vertrackt zu lesen wie ehemals. 😉

also beginne ich zu springen, erneut die struktur zu analysieren – da gibt es die hauptsätze und die subsätze, die die hauptsätze erläutern, und die sub-subsätze, die die subsätze erläutern, und die sub-sub-subsätze, die die sub-subsätze noch detailierter ausführen, und die … (you got the idea).

wie viele hauptsätze gibt es überhaupt?

7 – der berühmteste zum schluß: »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen«.

gut. und wie kommt man darauf?

weil man die richtige methode des philosophierens anwenden muss (6.53 [sub-sub]). und »Zu einer Antwort, die man nicht aussprechen kann, kann man auch die Frage nicht aussprechen.« (6.5 [sub]) und, dass es naturgesetze gibt, »[…] kann man nicht sagen: es zeigt sich.« (6.36)

plötzlich erscheint mir das ganze (eher) nachvollziehbar, wittgensteins gedanken werden greifbarer und ich denke mir: das buch verkehrt lesen erleichtert offenbar den zugang. vielleicht sollte auch ich meine gedanken über design kopfüber mitteilen. es könnte sein, dass sich dadurch auch das vertrackte löst.

die arbeit an den »sechs sätzen über design« nimmt konkrete gestalt an. 😉

was ist die zukunft des industrial designs?

die zukunft des industrial designs liegt im service, in dem sinn, als dass der wert eines gegenstands die dienstleistung ist, die der dem nutzer liefert. es geht also nicht bloß um ästhetik, sondern um den geistigen inhalt. in wahrheit war das immer schon der fall: form follows function, semantisches design, integriert entwerfen, service design – all das sind versuche zu kommunizieren, dass der prozess des gebrauchs, dass die handlung rund um das produkt im gebrauch, der eigentliche gegenstand der gestaltung ist. ein problemloser gebrauch, der das leben vereinfacht ist das einzige, was den nutzer letztlich interessiert. freilich, die form …… darf dabei nicht zu kurz kommen, die ästhetik hat hohe relevanz, wenn es um wohlbefinden geht. der österreichische architekt konrad frey sagt dazu*: »für mich kommt die schönheit von selber, wenn ein bauwerk intelligent gedacht wird.« und albrecht dürer meinte schon: »der nutzen ist ein teil der schönheit.«   

ein gegenstand, der nützlich ist, hat schon einen gewaltigen vorsprung. ist die ästhetik des objekts aufs minimum reduziert, dh ist der so gestaltet, dass alles überflüssige weggelassen wurde und jede weitere reduktion das objekt unvollkommen macht, dann erreicht man mit dieser minimalisierung die mehrheit der menschen – und nutzt ihnen. und ist ihnen nützlich (vgl schulak, den menschen nützlich sein, einen wert liefern).

in den letzten jahren hat die konsumwelt eine beschleunigung erfahren, die der form das wort sprach. jährliche adaptionen des immergleichen objekts, der versuch jährlich neue formen anzubieten, abwechslung anzubieten, zu überraschen und ein neue begehrlichkeit zu schaffen reduzierte das design auf formale innovation. wenn es alles schon einmal gibt, dann wird die zielgruppe zerteilt und feiner granuliert und schon kann man erneut eine neue formensprachen speziell einer neuen zielgruppe anbieten. dass dabei der wahre nutzen in den hintergrund rückt ist leicht zu verstehen, wenn das neue produkt bloß neu aussehen muß.

der designer besinnt sich auf seine ursprüngliche absicht: das leben der menschen zu vereinfachen, gegenstände gestalten, die den nutzer weiterbringen, dabei gleichzeitig ein ästhetisches minimum erfüllen – minimalistisch gestaltet im sinne, dass sie von der mehrheit nicht häßlich empfunden werden.

bei wittgenstein lesen wir, dass der gegenstand dem nutzer anzeigt, wie er zu benutzen sei und auf diese weise den benutzer eine funktion zuweist. der auf einen türdrücker zugehende, zugreifende mensch wird so zu einem eintretenden. der gegenstand hat dabei die aufgabe, zu zeigen wie er zu benutzen sei, im fall des türdrückers soll er auch gut zu greifen, zu bedienen sein und soll geringstmöglichen visuellen lärm erzeugen. ein stiller begleiter des lebens, stets zu diensten und klar in seiner kommunikation, wenn er gebraucht wird.

der gegenstand wandelt sich vom zentralen gestaltungsobjekt zum bloßen träger der gestaltungsleistung. christine tondolo vom spezialistenreisebüro business travel unlimited (BTU) erläuterte das einmal so, dass der wahre wert ihrer leistung nicht im beschaffen eines flugtickets liegt, sondern in den services rund um dieses ticket. aber ohne das ticket braucht es diese services nicht. analog liegt der wahre wert des objekts (und des designers) im erbringen einer dienstleistung auf eine für den nutzer idealen weise. damit sich diese dienstleistung entfalten kann, braucht es in vielen fällen (nicht in allen) einen gegenstand an dem der dienst sichtbar, erkennbar, mit dem er initierbar ist.

das ziel ist, das leben der menschen zu vereinfachen.

design thinking, what?

design thinking ist ein schlagwort unserer zeit.

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den managern wird das als neues »must« vorgetragen. alle manager, die etwas auf sich halten, müssten nun design thinking anwenden. man meint damit, die »tools« der designer gebrauchen. manager sollen wie designer denken, wird ihnen vorgebetet. es geht um die revolution des begreifens und lösens von problemen, um offenes kollaboratives herangehen, um partizipatives gestalten, und was weiß ich noch.

man hat design thinking als die große neue denkschule präsentiert, ja ok, in manchen kreisen. aber es wird unheimlich gehypt und eine menge berater, meistens aus dem dunstkreis businesscoach und pr-consultant, präsentieren sich selbst als jene, die einem diese denkweise beibringen. als designer wundern wir uns über diesen hype, denn diese denkweise wenden wir seit generationen an. gemeinsam mit all den anderern kreativen menschen, die in den creative industries arbeiten. man erzählt uns also nicht wirklich neues. das neue an diesen »werkzeugen« sind die namen, die ihnen diese findigen berater gegeben haben.

jetzt ist es aber nicht so, dass ich sage, das ist alles humbug. ganz im gegenteil: jeder manager braucht design thinking, jedes unternehmen ist bestens beraten design thinking zu integrieren. aber nicht indem die manager beginnen wie designer zu denken, sondern indem die manager die kreativen dazu holen. design thinking ist die denkweise der designer. damit manager wie designer denken, müssen die jene übungen machen, die auch die designer gemacht haben (eine ausbildung mit talent als basis). denken die  manager dann wie designer, sind sie schließlich designer. oje, wo sind dann die manager?

die vielen befürworter dieser neuen mode/methode vergessen, dass es nicht darum geht aus managern designer zu machen, sondern darum, managern klarzumachen, dass die denkweise der designer eine ideale ergänzung ihrer eigenen denkweise darstellt. die kombination von sprunghaften, chaotischem, kollaborativen und effektualen denken mit kausalem, ordnendem und strukturiertem denken ergibt das erfolgsrezept, das mancherorts auch als business design bezeichnet wird. der designer ist der sparringpartner des managers. der manager beschäftigt sich mit design thinking, um diesen »verrückten« designer zu verstehen, nicht um ihn (meist schlecht) zu imitieren.

unternehmen, die design in ihren alltag integrieren werden erfolgreicher sein, als unternehmen die das nicht tun. unternehmen mit design sind näher am kunden. sie nutzen die empathischen fähigkeiten des designers. der kann sich wie ein chamäleon an die zielgruppe anpassen und dann ihre höchstwahrscheinlichen wünsche verbalisieren. warum er das besser kann als der manager? weil sich der designer eine kultivierte naivität leisten kann und nicht auf shareholder-value achten muß. er kann ketzerische fragen stellen und auf diese weise verkrustete informationsblöcke aufbrechen. er kann durch kindliches »warum?«-fragen neue ideen evozieren, deren evaluierung dann aber die strukturierte und besonnene, dabei nicht weniger kreative, denkweise der techniker und manager braucht.

nutzen sie design thinking, aber denken sie wie ein manager. engagieren sie sich einen designer als sparring-partner.

im übrigen bin ich der meinung, das design zentraler bestandteil jeder unternehmensstrategie sein muß.

penibilität / akkuratesse

es könnte sein, dass jene menschen, die es nicht so genau nehmen, schwache dienstleistungen, die unsauber und eigentlich sogar miserabel erbracht werden, aus gründen der eigenen bequemlichkeit und vielleicht auch aus laschheit nicht bemängeln. sie bemängeln es nicht, weil sie es genauso lasch machen würden.

jene menschen, die sich selbst nicht schonen, die selbst nach bestmöglicher leistung streben, beanstanden diese mangelhaften dienstleistungen mit vehemenz. sie sind dafür aber auch immer einem perfektionsdruck ausgesetzt. durch ihre kritik legen sie die beurteilungslatte recht hoch. hoffentlich schaffen sie es immer, dieses gewünschte niveau zu erreichen.

ich weiß wovon ich spreche. 😉

nach B2B und B2C kommt nun D2C.

imageD2C – designer to consumer. so könnte die neue formel lauten, zumindest in manchen bereichen der konsumwelt. die heute zur verfügung stehende technik macht das möglich. der aufstieg chinas ist massiv beteiligt daran. wieso und wie das möglich ist, beschreibt roger ball in seinem buch »DesignDirect«.

bei einem bankett der BODW (business of design week) in hong kong steht plötzlich die frage im raum: »warum gibt es keine designer als CEOs?«. – ja, ein paar gibt es: YouTube, Flickr, SlideShow, Nike und auch Dodge Car, aber die meisten CEOs auf der welt sind rechtsanwälte, betriebswirtschafter, techniker oder marketeers. roger ball, der auch an der hong kong polytechnic university (HKPC, laut dem business week magazin »one of the top design schools in the world«) lehrt, beginnt zu zweifeln, ob die heutige designausbildung noch die richtige ist? ist es nicht höchste zeit, das berufsbild des designers neu zu formulieren?

das buch ist mehrschichtig angelegt. es gibt abschnitte, die basiswissen vermitteln – das könnte langweilen, ist aber auch eine gute auffrischung des (als designer) bereits gewußten. dann gibt es abschnitte, die grundsätzlich das neues geschäftsmodell der designer erklären, DesignDirect oder wie ich es nenne: D2C. das alles eingebettet in den bericht über den verlauf des prototypischen master-design-lehrgangs an der HKPC, den ball leitet.

grundsätzlich daran interessiert, wie dieses DesignDirect-modell aussieht, wurde ich im laufe des buches immer neugieriger wie die neue form des lehrens funktionierte. designstudenten sollten wie CEOs agieren, sollten darauf achten, dass sie ihre produktidee zeitgemäß und effektiv promoten. sie sollten für sich selbst arbeiten und eine design-driven-brand entwickeln. die prüfung erfolgte über eine google-suche: die studenten mußten für ihr produkt eine eigene website vorbereiten und diverse social media kanäle mit inhalten füllen. die angabe von drei suchbegriffen sollte dann reichen, um (möglichst) auf der ersten seite des suchergebnisses sichtbar zu werden. die präsentation der arbeit erfolgte dann über die angezeigten links: zur eigenen website, zu youtube-videos, facebook, etc. es war spannend zu lesen, welche maßnahmen gesetzt wurden und wie es gelang die studenten zu motivieren.

all das ist auch für den etablierten designer interessant, für jeden unternehmer sowieso. die allgemeinen informationen über branding und packaging könnte man überspringen, sind aber eine gute auffrischung des eigenen wissens.

ich bin seit mehr als 25 jahren im designgeschäft aktiv. mir gefiel dieser ansatz und ich las das buch mit großem interesse. auch wir designer müssen uns daran gewöhnen, dass sich unser berufsbild verändert. nachdem das berufsbild/geschäftsmodell der gemüsehändler, der schuster, der reprofotographen, der buchsetzer, der buchhändler, der musikbranche, der unterhaltungselektronik, … heute oft ein krass anderes ist als noch vor 10, 20 jahren, ist nun unser beruf an der reihe. roger ball zeigt uns die zeichen der zeit, auf dass wir selbst die für uns passenden schlüsse daraus ziehen. es könnte sein, dass der designer in zukunft kein dienstleister für hersteller von gegenständen mehr ist, sondern diese gegenstände selbst vertreibt. es könnte sein, dass der designer in zukunft unternehmensformen gestaltet, geschäftsmodelle, vertriebskanäle, ertragsmechaniken. aus kundensicht und unter berücksichtigung der kaufmännischen und technischen rahmenbedingungen (so gesehen, also nichts neues).

ich bin da ganz auf seiner linie, wenn er vertritt: design ist mehr als die schöne form. nicht CEOs müssen designer werden – wie nußbaum schon 2007 (falsch) schrieb –, sondern designer müssen (können heute) CEOs werden. roger ball: »this is the dawn of a new era in design and entrepreneurship – DesignDirect.«

klare kaufempfehlung. *****

kooperation

die tatsache einer zusammenarbeit erkennt man nicht daran, dass die beteiligten personen am gleichen ort arbeiten. um zusammenzuarbeiten braucht es nicht primär den gemeinsamen ort, sondern es braucht gemeinsame haltung und absicht. es braucht gegenseitige wertschätzung und interesse an der meinung des anderen.

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wieder nicht geschafft

ich habs wieder nicht gemacht. zu feige. vor über einem monat schrieb ich, dass ein blog kein manifest und kein essay ist, dass es sich mehr um einen gedankenspeicher handelt. diese gedanken bezeichnete ich als die kieselsteine unter denen sich gelegentlich auch ein edelstein entdecken lässt. jedenfalls sind es gedanken, deren veröffentlichung dazu dient, dass freunde, interessierte, der rest der welt, … dazu stellung beziehen können, dass sie diese gedanken kommentieren und sie reifen lassen. die gereiften gedanken könnten dann die basis für einen essay oder einen umfassenderen text bilden.

seitdem ich das schrieb, habe ich zwischen zehn und 15 gedanken digital und auf papier notiert, zwei weitere diktiert (weil beim gehen kann ich nicht schreiben) und keinen einzigen davon veröffentlicht, mit der inneren ausrede: das muß ich nochmals durchdenken, schöner formulieren und werde ich dann veröffentlichen, wenn ich mehr zeit dafür habe. aber, die vergangenheit beweist es, dazu kommt’s nicht. selten. die zeit nehm ich mir nicht und dann sind da schon wieder die nächsten gedanken.

dieser text ist die »warnung« an meine leser. 😉 ab jetzt will ich diese gedanken alle rauslassen in die wildheit der öffentlichkeit. damit sie das publikum besser einordnen kann, werde ich jeden dieser gendanken als »kieselstein« markieren (taggen). mal sehen was die werte leserschaft dazu sagt. die könnte ja dann (gelegentlich) dem kieselsteinstatus widersprechen.

der weblog

ein blog ist kein essay, kein buch, kein manifest. es ist eine ansammlung von gedanken, der ort ihrer reifung. diese gedankenfragmente manifestieren sich durch schreiben des blogs. es sind fundstücke der persönlichen gedankenwelt. manche sind bloß kieselsteine, ein paar sind smaragde und vielleicht versteckt sich auch einmal ein diamant in diesen bruchstücken. eines tages werden sie geordnet, geschliffen und poliert.

warum designtheorie?


notiert am 10. februar 2005
  

menschen sind interessiert daran und haben auch recht es zu erfahren: die zusammenhänge unterschiedlichster aspekte mit design; soziologie, formtheorie, verhaltensmuster.
     die menschen wollen wissen, wie wir das zauberhafte schaffen, wie es uns designern gelingt ihr herz zu berühren, dinge zu kreieren die schön sind, die zufrieden machen, die freude bereiten.
     benutzer fragen sich, insbesondere unternehmer, wie das gelingt. hinterfragen die empfindungen. auch die sind auf eine gewisse art neugierig und wollen wissen wieso.
wir können das oft nicht beantworten, weil wir eins sind mit dem entwurf, weil es ein teil von uns ist, weil es mit unbewußter kompetenz geschieht aufgrund unseres talents und des jahrelangen trainings. wir fühlen wie es sein muß.

um den gebrauchern zu antworten denken wir über uns selbst nach, reflektieren, und versuchen die zusammenhänge darzustellen, schriftlich — das sind die designtheorien.

design thinking tools sind krücken

neulich, beim lesen eines der zahlreichen bücher über design thinking:

momentan wird der welt erklärt, dass nun die ära des design thinkings angebrochen ist. — das ist gut!

problematisch ist, dass diese bücher nicht nur erklären, dass es diese, wie ich immer sage, »denkweise der designer« gibt, sondern sie erklären primär welche methoden diese denkweise anwendet. dabei bekommt man manchmal den eindruck, diese bücher (und auch lehrgänge) vermitteln die ansicht, durch bloßes anwenden dieser methoden könnte man diese denkweise annehmen. — das ist falsch!

denn jetzt meinen manche beraterzweige, das bloße ausüben dieser design-thinking-methoden macht aus ihnen und den von ihnen beratenen bereits design thinker. ein fataler irrtum auf den der designer mit aller deutlichkeit hinweist, denn dieser irrtum würde in der folge eine ganze branche diskreditieren (weil das so eben nicht funktioniert).

designer wenden diese methoden mit unbewußter kompetenz an. das jahrelange training (die tatsächliche berufsausübung) nach fundierter schulung (das studium) versetzt uns in diese lage. nicht durch lesen und auch nicht durch bloßes anwenden dieser methoden, sondern nur durch konkrete gestaltungsarbeit erlernt man die denkweise der designer. 

der designer nutzt diese methoden spontan, situativ, vor allem fragmentarisch, so wie es gerade sinnvoll erscheint, aufgrund seiner erfahrung, abhängig von seiner entwicklung – es ist ja seine denkweise! hat der designer eine neue idee, dann nutzt er vielleicht story-telling, um sie auszuformulieren, überlegt gegebenenfalls zusätzlich negative konsequenzen, um sie zu verfeinern – hat er gerade keine idee, dann beobachtet er anwender (shadowing) und stellt/spielt situationen nach (service staging). dem designer käme nie in den sinn zu sagen: »lasst uns schnell story telling machen.« und boom, neues setting erstellt und jetzt methode abarbeiten. story telling stimmuliert bloß eine art der präsentation der ergebnisse des design thinkings, der tätigkeit design.

mein eindruck bei diversen veranstaltungen ist der, dass manager diese bücher lesen und meinen, wenn sie das gelesene anwenden, ist es design thinking. das rezeptartige anwenden von design thinking methoden ist nicht design thinking. es ist die tätigkeit des gestaltens, die einem zum design thinking führt, zur denkweise der designer. diese denkweise ergibt handlungen (man könnte es als die in den büchern besprochenen methoden bezeichnen), die der designer seit zig (!) jahren tagtäglich ausübt, von denen er aber nicht wußte, dass diese handlungen wie in den büchern beschrieben genannt werden (könnten). das erklärt, warum designer nicht besonders überrascht sind, wenn sie mit »neuen« methoden konfrontiert sind, die sie dem namen nach nicht kannten – die heißen jetzt nur anders oder haben erstmals einen namen.

diese methoden sind nicht die ursache für design thinking, sondern die denkweise der designer ergibt diese methoden, dieses verhalten.

das neue und besondere ist, dass die kombination dieser designdenkweise mit den klassischen denkmustern des managements fantastische neue möglichkeiten entstehen läßt. in akademikerkreisen hat man erkannt, dass diese denkweise designer zu idealen (und heute in der wirtschaft dringend benötigten) sparring-partner für die manager macht.

den letzten satz muß man genau lesen: die designer sind für die manager interessant, nicht die design-thinking-tools! das sind bloß krücken für non-designer, die kaum ideen haben und denen nun fälschlicherweise angedeutet wird, mit diesen krücken könnten sie einen 100-m-weltrekord laufen. das wird nicht der regelfall sein.

das gute an diesen büchern ist – dafür gebührt den autoren aufrichtiger dank der designgemeinschaft –, dass sie es den managern ermöglichen designer zu verstehen. indem über design thinking publiziert wird bekommen manager die chance die denkweise der designer zu interpretieren und zu nutzen – in ihrer denkwelt, indem sie es mit ihrem denken vernetzen und nicht indem sie ihre denkweise durch design thinking ersetzen.