30 Jahre Kleinschreibung – und Aus.

Es gibt mehrere Gründe für das Kleinschreiben:

  1. Die Kleinbuchstaben sind besser zu lesen, weil sie durch ihre Unter- und Oberlängen oder dem Fehlen derselben einen ausgeprägteren Charakter haben als die Großbuchstaben, die sich in der Größe (ihrer Höhe) alle ähneln.
  2. Die Kleinbuchstaben sind der schriftevolutionäre Höhepunkt. Die karolingische Minuskel (Kleinbuchstaben) entstand aus den Großbuchstaben, weil sie schneller zu schreiben ist und führte schließlich zur humanistischen Minuskel, den heutigen Kleinbuchstaben.
  3. Dieses Kleinbuchstaben-Alphabet wurde in der Renaissance mit den antiquen Versalien (Großbuchstaben) ergänzt. Man benutzte diese besonderen Buchstaben, um zunächst den Seiten- oder Kapitelanfang zu schmücken, später schmückte man damit auch »besondere« Wörter wie »Gott« und »Kirche«, dann auch »Kaiser« und »Thron«, etc. Groß-Kleinbuchstaben zu verwenden bedeutet also zwei unterschiedliche Alphabete zu verwenden.
  4. Die Verben sind jene Wörter, die dem Satz Bedeutung geben, die ihm Kraft verleihen, Dynamik, es sind jene Worte die »arbeiten«. Diese »Arbeiter« werden klein geschrieben. Die gnädigen »staatstragenden« Hauptwörter machen sich mit ihren Großbuchstaben wichtig und gleichzeitig erschweren sie das Lesen. Sätze mit vielen Substantiven klingen hochtrabend und unverständlich … und damit einschüchternd für uns einfache Leute – vielleicht sind deshalb Hauptwörter in der Verwaltung so beliebt; beobachten Sie das einmal.
  5. Die meisten (alle?) Sprachen der Welt kommen mit Kleinbuchstaben aus, nur Deutsch soll anders nicht lesbar und nicht verständlich sein? Dabei können wir Großbuchstaben nicht anders aussprechen als die Kleinen.

Alle fünf Gründe sind heute im wesentlichen noch gültig, gute Gründe nur noch kleinzuschreiben.

Es war als Zeichen, als kaum merkbares aber doch sichtbares Zeichen der Auflehnung gegen Bevormundung – durch den Staat und gegenüber anderen Völkern.

Das Zeichen wurde schwächer, weil immer mehr Menschen aus Bequemlichkeit auf die Großbuchstaben verzichteten – das entspräche der Schriftevolution, bestätigt sie, denn der Gebrauch entscheidet. Der Gebrauch muss für den Einzelnen bequem sein und weil jeder zuerst sein eigenes Wohl im Auge hat heisst das zunächst, bequemer schreiben. Der Schriftsteller hingegen, der will, dass seine Texte gelesen werden, wird sich beim Schreiben anstrengen, damit es nicht der Leser beim Lesen machen muss, denn dieser würde rasch aufhören damit. Der Schriftsteller (und alle verwandten Berufsgruppen) verfochten daher die Groß-Kleinschreibung.

Das Zeichen wurde schwächer und gleichzeitig verkehrte es sich. Die Eliten verkannten es. Das Zeichen meinte nicht, dass wir alle gleich sind. Es meinte, dass wir gleichwertig sind. Niemals ging es darum, die eigene Kultur aufzugeben, die Kraft der deutschen Sprache mit ihren von mir ungeahnten Möglichkeiten; z.B. der Wortschöpfung durch Kombination mehrerer Worte, die dennoch jeder sofort versteht. Es ist, wie ich lernen durfte, die Sprache des Denkens, aus philosophischer Sicht, etwas Besonderes.

An die 30 Jahre persönliche Kleinschreibung finden in diesen Monaten ihr Ende, weil die Eliten unseres Landes und unseres Völkerbundes keine Rücksicht auf die Eigenen nehmen. Es scheint als wäre die Forderung ein guter Mensch zu sein, zur Manie entartet. Ein guter Mensch ist offenbar nur noch der, der seine eigene Identität zum Vorteil eines anderen aufgibt. Nur jener, der sich einer anderen, einer dem Eigenen fremden Kultur unterwirft, gilt als sozial. Akzeptabel ist nur jener, der Beobachtungen des eigenen Rechts relativiert zu Gunsten des Neuen. Nur das Sozialistische gilt als gut, der Rest ist rechts und populistisch. Die Kleinschreibung kann auch als Zeichen des Gleichmachens mißverstanden werden. Doch das war nicht gemeint! Es ging niemals um Gleichheit, sondern immer um Gleichwertigkeit.

Nun zwingen mich die Eliten zur Umkehr, zum neuen, noch unscheinbareren Zeichen. Ein Zeichen für den Erhalt der eigenen Kultur, der Kultur des Deutschen (in seiner österreichischen Ausprägung). Dieses kaum sichtbare Zeichen ist der Entschluß zur Groß-Kleinschreibung zurückzukehren. Nicht weil ich den Staat huldige mit seiner Bevormundung, sondern aus dem genauen Gegenteil, weil ich für den Erhalt unserer Kultur eintrete. Nicht weil es die Bessere, sondern weil es die Unsrige ist. Jene, die (bislang) hier gilt. Jeder ist willkommen und darf sich integrieren. Wir sollen die Pflichten des Gastgebers erfüllen. Doch integrieren heisst, auch ein guter Gast zu sein und sich den vorgefundenen Gegebenheiten anzupassen. Jeder Mensch ist frei und soll leben, wo es ihm zusagt. So wie jeder hierherkommen darf, so soll jeder, dem es hier so wie es ist nicht gefällt, wieder gehen. Schnell! Und ohne dem Gastgeber Schaden zuzufügen. Man kann nicht woanders hingehen und dort per Zwang, per Gewalt, per Demonstration jene verändern wollen, die in der Not geholfen haben. Man kann vorschlagen, was anders sein könnte und sollte, und argumentieren, warum das richtig ist. Ist es dann tatsächlich richtig, dann wird es wohl angenommen werden. Ein vorsichtiges und langsames Vermischen. Auf keinen Fall ein Austauschen. Das ist mein Verständnis von Integration, von Weiterentwicklung; der Asset von Wien, dem Schmelztiegel der Nationen. Aber jetzt »verschmilzt« das Material nicht mehr in diesem Tiegel. Es bilden sich immer mehr Klümpchen. Und das ist nicht gut!

Die größte Motivation für die Kleinschreibung war der Hinweis auf die Gleichwertigkeit der Nationen und es war ein Zeichen für Ungehorsamkeit gegenüber dem Staat (Thoreaus Aufruf ist heute gültiger denn je). Heute ist mein Groß-Kleinschreiben ein Zeichen für den Erhalt der eigenen Kultur. Weiterentwickeln JA, aufgeben NEIN. Integration neuer, fremder Kulturen JA, das hat Tradition in Wien, aber aufgeben des Erreichten NEIN.

Wenigsten ein Gutes hat dieser Wahnsinn unserer »Eliten«. Er befreit mich von der Notwendigkeit durch Kleinschreiben ein Zeichen zu setzen und zwingt mich es durch Groß-Kleinschreibung zu machen. Freuen Sie sich auf (für Sie subjektiv) besser lesbare Texte.

das recht der freien meinung

das recht auf freie meinungsäußerung ist oft der aufhänger warum demonstrationen auf jeden fall genehmigt werden müssen.

doch wenn das recht auf freie meinungsäußerung gilt, dann muss auch das recht auf diese-andere-meinung-nicht-hören-wollen gelten. es kann nicht sein, dass eine minderheit eine mehrheit zwingt sich mit deren meinung auseinanderzusetzen. umgekehrt gilt das selbstverständlich auch.

abgesehen davon gibt es kein recht für irgendetwas, das lesen wir schon bei alexis de toqueville. die menschen sollen sich frei entfalten, tun können, was immer sie wünschen, sie müssen nur den kategorischen imperativ einhalten, sie dürfen die freiheit des nächsten nicht einschränken, in diesem fall, ihn nicht belästigen. dem nachbar muss die chance gegeben werden, es nicht hören zu müssen.

 

Der Grad der Toleranzfähigkeit

der grad der toleranzfähigkeit gegenüber anderen ist direkt proportional zum grad der eigenen disziplinlosigkeit.

also, je weniger diszipliniert ich bin, desto nachsichtiger bin ich mit anderen.

diese toleranzfähigkeit eines menschen steigt mit dem grad seiner ignoranz. über dieses thema schrieb ich bereits einmal. dieser tage hat es sich wieder bestätigt. jene menschen, die vereinbarte regeln nicht ernst nehmen und diese daher nicht einhalten sind besonders auffällig tolerant gegenüber den anderen. »na, wenigsten was«, könnte man sagen. wenigsten fordern sie nicht von anderen, was sie selbst nicht machen, das einhalten von regeln.
das dumme dabei ist, dass dieses nicht einhalten vereinbarter regeln letztlich den sozialistischen traum aushebelt. denn am ende gewinnt doch der stärkere, nämlich der ignorantere. dabei waren es doch die einvernehmlich festgelegten regeln, die ein gemeinsames leben für alle angenehm machen hätten sollen.
es ist also so, dass die linken auf der einen seite fordern, man möge alle gleich behandeln und man müsse regeln für die gerechtigkeit festlegen. auf der anderen seite sind jene linke genau die menschen, die besonders tolerant sind, somit akkurat jene, die es mit dem einhalten der regeln nicht besonders genau nehmen. sie sind jene, die meist besonders ignorant sind. man beobachtet, dass jene, die so handeln, ihre stärke nutzen, um sich einen persönlichen vorteil zu verschaffen. wer ignorant ist, ist das immer auf kosten eines anderen. letztlich sind also auch sozialisten spielball einer freien »wirtschaft«. sie handeln zu ihrem vorteil und nehmen in kauf auch manchmal im nachteil zu sein. den anderen aber weisen sie auf die schlechtigkeit einer freie wirtschaft hin. warum? weil ihnen auch das einen vorteil verschafft

planen, oder nichtplanen, das ist hier die frage.

wenn man konkret arbeitet, dann taucht man in die arbeit ein, man vertieft sich, ist versunken.

anders ausgedrückt: man hat keinen überblick über all das andere, das für das projekt noch notwendig sein wird oder sein kann und über all die anderen projekte und über das noch zu erledigende insgesamt.

ich will den überblick behalten.

also suche ich immer diesen »helikopter-blick« zu bekommen. ich plane. dann beginne ich zu arbeiten. stoppe. plane wieder, was es noch zu tun wird geben.

aber statt all dem planen soll man doch konkret arbeiten? nur planen heisst nur träumen von den dingen, die einmal erledigt sind. also besser sofort zupacken, gleich nach dem ersten planungsschritt, man weiß ja ohnehin nicht, was bei der arbeit wirklich herauskommt, was die ausgangssituation für den nachfolgenden schritt sein wird, da kann man sich doch die planung der nachfolgenden schritte vorerst sparen.

so tauche ich sofort wieder in die konkrete arbeit ein, vertiefe mich, versinke in tätigkeit.

und bekomme schlechtes gewissen, ein ungutes gefühl, da ist noch so viel zu tun, so viel anderes offen, soviel, das noch zu bedenken ist.

und jetzt drängt es mich wieder in diesen helikopter.

das spiel beginnt von vorn.

xenophobie und fremdenfurcht

in verzerrten märkten erhält der unternehmer nur unsaubere signale vom markt. abzuschätzen, welche produkte (gegenstände oder dienstleistungen) gewünscht sind und sein werden, wird immer schwieriger. der designer mit seiner aussensicht ist in einer günstigeren lage zu erahnen, was nachgefragt sein könnte. er hat es jahrelang, mitunter jahrzehntelang trainiert. wenn es »ein guter« ist. der designer beobachtet die gesellschaft und zieht seine schlüsse. er will wissen, was dahinter stecken könnte und formuliert eine these aufgrund der aktuelle ereignisse keine überraschung mehr sind. er zieht abduktive schlüsse (wenn man es wieder »gelehrt« ausdrücken will). diese fähigkeit kann man auf vieles anwenden.

aktuell könnte man nun der ansicht sein, eine gewissen xenophobie macht sich unter dem volk breit. die gesellschaft, so meint man, ängstigt sich vor den fremden, die da in massen kommen. die »bildungsnahen« schichten sagen: es gibt eine unbegründete xenophobie der wir entgegen arbeiten müssen. sie nennen es »xenophobie«, weil das fachsprachlich ist — es klingt gebildet — es erlaubt, sich vom durchschnittsbürger abzugrenzen, vom »bildungsfernen mob«.

doch xenophobie leitet sich aus dem griechischen ab: xénos »fremder« und phobia »angst«, »furcht«; also fremdenfurcht.
schauen wir genau hin, so mag es manchmal der fall sein, dass man angst vor »dem fremden« hat (was durchaus gelegentlich das überleben sichern kann), aber insgesamt können wir in unserer gesellschaft keineswegs eine große furcht vor den vielen fremden erkennen. es ist vielmehr eine wut, die wir sehen, eine wut einiger (jener »xenophoben«) über die mißachtung der gesetze der gastfreundschaft. grundsätzlich gibt es die bereitschaft zur gastfreundschaft, aber nicht auf kosten der eigenen kultur. diese kultur gilt es vom gast zu achten. ihr muss er sich unterordnen, anpassen, einfügen. das ist kein klein-beigeben und kein unterwerfen, das ist eine frage des anstands.

würden wir nun diesen »bildungsfernen schichten« vorwerfen, sie hätten fremdenfurcht, würden sie widersprechen. sie haben keine furcht vor dem fremden, nicht im großen stil. eher ist es ein fremdenärger, der entsteht, weil man meint seine eigene, mitunter schwer erkämpfte position, aufgeben zu sollen, weil »die anderen« eben »anders« sind. doch wir haben es uns in jahrhunderten und jahrzehnten erarbeitet katholik, protestant oder buddhist sein zu können, ohne dass wir uns täglich bekämpfen. wir akzeptieren und respektieren, dass wir unterschiedliche religiöse positionen beziehen, ohne den anderen als ungläubig zu bezeichnen. wir respektieren sogar personen, die keiner religion angehören, die agnostiker und atheisten. das soll nun nicht mehr wichtig sein? auch nicht die (noch immer auszubauende) gleichstellung der frau? auch die freiheit der sexuellen vorlieben und ihre zur-schau-stellung soll unwichtig sein? unsere traditionen sollen wir aufgeben, unsere speisenvielfalt anpassen? natürlich nicht. niemand würde dem, wenn man es so darstellt, zustimmen und das erreichte über bord werfen.

der ärger der menschen, den wir zeitweilig beobachten können, ist die reaktion auf die angedeuteten, von unserer gesellschaft zu erbringenden anpassungen unserer kultur. es ist keine xenophobie, keine fremdenfurcht, es ist eine wut sich verändern zu müssen — oder zu glauben, sich verändern zu müssen. nehmen wir an, eine vielzahl der unfreiwilligen »gäste« ist dankbar und akzeptiert die hier vorgefundende andere kultur, deren menschen sich ihrer erbarmen. freilich, als guter gastgeber wird man ein wenig die eigene bequemlichkeit zu gunsten des gastes aufweichen, aber keinesfalls aufgeben.

die politik versagt in seinen kernfunktionen — wieder einmal. der politiker erscheint als undankbarer beruf, mir scheint, entsprechend selten wird der nachgefragt. also wundern wir uns nicht, warum basisfunktionen nicht erfüllt werden, zb. die voraussicht (mindestens 50…100 jahre), integrität in so hohem maße, dass sie als vorbild wirkt, besonnenheit und weisheit, etc. stattdessen meint man sich, gelegentlich, in einem »kindergarten der erwachsenen« zu befinden, wenn man diverse berichte aus dem hohen haus und von den pressekonferenzen liest. von umsicht und vorausschau keine rede.

just diese personen, diese politiker, beklagen nun (nicht alle) die reservierte reaktion eines gutteils der bevölkerung, deren ärger gegenüber den neuankömmlingen, die sich (wie gesagt, so scheint es, auch wenn es bloß einzelfälle sind), die sich nicht wie gäste verhalten, die die hier geltenden regeln nicht akzeptieren wollen, im glauben, ihre regeln wären die einzig wahren. der rest der welt sind ungläubige und daher minderwertig.

das problem ist, und damit verschärft sich die situation auf unangenehme weise, dass nur die re-aktion des volkes verurteilt wird und nicht die aktion der gäste. und zwar von »den eigenen«. das empfindet man als ungerecht. das empört. und das führt zur steigerung der wut im volk. es ist die toleranz der »gäste«, die es einzufordern gilt. toleranz ist doch einer unserer werte? das volk wird aufgerufen, diesen wert zu leben, gleichzeitig gestattet man (die politiker, die eliten) es »den anderen« ihn zu negieren.
es ist keine fremdenfurcht, es ist die wut gegen die politiker, die nicht gerecht, und wenn schon ungerecht, dann nicht für das eigene volk handeln. es braucht keine bevorzugung »der unsrigen«, es braucht bloß ausgewogenheit in der behandlung. thomas andreas beck hat dazu einmal einen blogpost verfasst, über zwei kinder, einem schlimmen und einem braven, und darauf hingewiesen, dass sich die eltern auch und insbesondere mit dem schlimmen beschäftigen sollen.

die österreichische geschichte, unsere gene, sind multikulturell. wien ist nach wie vor ein schmelztiegel der nationen und völker. allerdings, aber historiker mögen mich bitte korrigieren, haben sich die hierhergesiedelten immer der aktuellen kultur angepasst und diese, quasi von innen heraus, als österreicher, als wiener verändert. sie haben sie weiterentwickelt; graduell und unter erhalt des bereits erreichten. so war es immer eine bereicherung, weil etwas dazu kam und nichts wünschenswertes und erhaltenswertes aufgegeben werden musste.

heute ist das anders (so hört man gelegentlich): kein christbaum im kindergarten und auch keine gummibären auf der kindergeburtstagstorte, kein schweinefleisch in der wurst, kein martinsfest mit laternen, keine nackten skulpturen im öffentlichen raum, besser kein spätnachts-über-den-praterstern-flanieren, etc.

was wir beobachten ist keine xenophobie, sondern die reaktion des volkes auf die intoleranz der anderen, auf ihre weigerung sich unserer kultur anzupassen (oder auf die wahrgenommene weigerung). würden wir den menschen umgangssprachlich vorwerfen, sie hätten »fremdenangst« würden sie protestieren. stattdessen verstecken wir uns hinter bildungssprache und heißen sie »xenophob«. damit dienen wir nicht der sache. damit schüren wir unverständnis zwischen den gesellschaftsschichten und wut. diese wut macht blind, öffnet den geist für einfache lösungen, formuliert in einfachen worten. und das ist es, was zu befürchten ist.

Alles soll wieder so werden wie es niemals war.

wirklich freie marktwirtschaft herrscht nur in der politik

die politiker warnen uns immer vor der freien marktwirtschaft. aber wovor warnen sie denn wirklich? freie marktwirtschaft bedeutet, dass das passiert, was den beteiligten am angenehmsten ist, der weg des geringsten widerstands. das ist ein prinzip der natur.
ein beispiel: ein gebirgsbach findet selbst den idealen weg ins tal. der mensch als regulierer meint, durch eine flußregulierung zu entschärfen und verschlimmbessert damit oftmals.
die politiker meinen auch, sie müssten die wirtschaft regulieren. bei einem unwetter aber kommt es umso dicker.
dabei funktioniert die politik letzlich selbst genauso, wie die von den politikern gefürchtete freie marktwirtschaft, nämlich frei und maximierend, zügellos und entfesselt, kurz unreguliert. die währung der, nennen wir es politwirtschaft, ist die wählerstimme. je mehr, desto besser. der politiker ist gierig nach dieser währung, genauso wie es dem »kapitalisten« bezüglich geld nachgesagt wird. der politiker tut alles für mehr politwährung, er lügt dem volk die hucke voll, dass sich die balken biegen. das wahlvolk lässt es sich gefallen, es ist ja bereits zu stimmvieh degeneriert, denn die politik weiß, wie es gelingt, passende einnahmenquellen (wählerstimmen) zu generieren. kein wunder, dass niemand, der an den hebeln der macht sitzt, das schulsystem reformieren will. diese »politkapitalisten« bedienen sich ungeniert und würden niemals eine regulierung dieser politwirtschaft zulassen. sie müssten sie ja selbst gestalten.
kein fluss der welt würde sich selbst regulieren, einengen, sich seiner kräfte berauben lassen. also leben wir weiterhin mit politüberschwemmungen und politkatastrophen, bis es dem wahlvolk gelingt, über den köpfen der politiker hinweg, erkenntnis zu erlangen, zu verstehen, dass es so wie bisher, rein logisch, nicht weitergehen kann.
und dann? revolution!?

das hätte ich schon vor über drei jahren veröffentlichen können – ich tat es nicht. heute passt es immer noch. vielleicht sogar besser.

es geht voran – eine kurze zwischenbemerkung

nachdem ich unlängst darüber schrieb, dass man bloß mutiger sein muss, und dabei die metapher mit dem umdrehen des spiegeleis strapazierte, erlaube ich mir einen bericht über meinen aktuellen fortschritt. es gelingt nicht immer, aber immer öfters. vorige woche noch zusammengeklappt (zu wenig schwung), aber diese woche erfolgreich gewendet. es ist so, wie ich es vermutete und worauf ich hinwies: man muss seinen mut zusammennehmen, beherzt das spiegelei in die luft befördern, die landung funktioniert (fast) immer. ich wünsche einen mutigen wochenstart.