Ja, und …

Die Floskel »Ja, und …« zum »Kreativ sein« im Design-Thinking-Hype verhält sich genauso wie »Ich bin Max Mustermann, was kann ich für Sie tun« zum »Freundlich sein«:
Hohl.
Aufgesetzt.
Wirkungslos!
Wieder ein Hinweis für das Unverständnis tatsächlicher Design-Thinking-Immigrants.
Echte Design-Thinker (aka Designer, die Design-Thinking-Natives) debattieren heftig, verteidigen ihre Ideen durch Argumente und übertreffen sich auf diese Weise (man könnte fast meinen, sie streiten); jedenfalls treiben sie die Dinge voran, entdecken so Neues. Das Bessere.
Wir überlegen warum und wie Dinge, die nicht funktionieren sollten, trotzdem gelingen könnten. Herausfinden, was man tun müsste, damit es dennoch realisierbar ist, lautet unser Credo. Das ist das Trittbrett zur Innovation, der erfolgreichen, weil realisierten Idee. Dazu brauchen wir keine gestelzte künstliche Formulierung. Es reicht die persönliche Überzeugung, unser trainiertes Einfühlungsvermögen, das Wissen über verfügbare Technik und unsere Vorstellungskraft. Eben Designer sein.

Garantierte Kreativität

Der Mensch wünscht Sicherheit. Sicherheit hat man, wenn man weiß, was auf einem wann zukommt.

Aus diesem Grund strebt der Mensch nach Planung in möglichst allen Belangen. Am liebsten auch in kreativen Prozessen.

Auch ich wollte, insbesondere als Design-Unternehmer der ich bin, den Entwurfsprozess vorhersagen, seine Dauer fixieren und sein Ergebnis garantieren. Es wäre ideal könnte man exakt festlegen, wann jemand die gewünschte, gesuchte Idee hat und wie lange dieser braucht, um sie herzeigbar und umsetzbar auszuformulieren. Die 30-jährige Praxis zeigt, das ist der »heilige Gral der Designer-Praxis«, unauffindbar, nicht existent. Dennoch streben alle danach.

Kreative Prozesse sind nicht planbar, sie passieren. Man kann sie günstig beeinflussen, man kann darauf vertrauen, dass einem etwas einfällt, aber man kann es nicht verordnen. Somit kann man einen kreativen Prozess auch nicht zeitlich definieren und auch nicht die Reihenfolge der Ereignisse im vorhinein festlegen.

Die Ereignisse eines kreativen Prozesses führen letztlich (immer) zu einem brauchbaren Ergebnis. Allerdings nur dann, wenn man die Rahmenbedingungen entsprechend steuert. Das ist eine andere Art Steuerung als es die klassische Projektsteuerung vorsieht. Es ist eine feinsinnige, flexible und reaktionsschnelle Steuerung.

Diese Fähigkeit der Steuerung des kreativen Prozesses ist die eigentliche Denkweise des Designers. Das zu erkennen ist die Leistung einer intensive Selbstreflexion des Designers.

Mehr dazu im demnächst erscheinenden e-Book über das andere Design-Thinking.

jahresbeginn 2017

der moderne mensch, der mensch der gegenwart, macht keine neujahrsvorsätze mehr. er weiß, dass diese kaum länger als drei monate, vielfach deutlich weniger lang halten. so soll das hier in kürze erwähnte auch nicht als neujahrsvorsatz missverstanden werden, sondern als eine maßnahme aus der erkenntnis, die sich durch das arbeiten zwischen den feiertagen letzte woche ergeben hat.
ich nehme mir täglich nur ein thema vor, das wichtigste. das bearbeite ich mit aller präzision, bedacht, also in achtsamkeit, konzentriert und mit freude. und in der richtigen geschwindigkeit. das erscheint einem (mir) manchmal etwas langsam, aber es funktionierte sehr gut, letzte woche. nachdem die mehrheit aller geschäftstreibenden auf urlaub war, konnte ich mir in den letzten dezembertagen so eine langsamkeit erlauben. nach dieser einen täglichen »großen« tat, folgt eine weitere, weniger große, eher dringende arbeit, eine arbeit zu dingen, die man einmal ausprobieren will oder administratives. danach, nun ist doch erklecklich viel tagesenergie verbraucht worden, würde man kleinkram erledigen, zeug würde es heidegger heute nennen, adaptionen auf der website, löschen unbenötigter emails, papiere am schreibtisch ordnen, etc. man kann da auch gespräche führen und mit erhellenden diskussionen den tag beschließen.
aus der zeitmanagementtheorie übernehme ich die forderung, den nächsten tag am vortag zu planen und verknüpfe das mit einem gemütlichen ausklingen des arbeitstages. die briten wussten das wohl schon immer richtig einzuschätzen: mit einem fünf-uhr-tee soll ruhe in die managerseele einkehren. dabei überlegt man besonnen, was denn das wichtigste für den nächsten tag sei. bleibt noch zeit, dann kann man jetzt noch die fachliteratur bewältigen und entsprechende randbemerkungen notieren. fertig. feierabend. lesen.

it’s critical that design isn’t subjugated to the back room as a sort of short order cook for marketing or merchandizing or sales. it has to be up front.

Nike’s CEO mark parker bringt es auf den punkt.

design muß zentraler bestandteil der unternehmensstrategie sein

design muß zentraler bestandteil der unternehmensstrategie sein, will man langfristig erfolgreich sein. design ist heute schlüsselfaktor für wirtschaftlichen erfolg. dieses »design« ist aber ein anderer begriff als der in den medien verbreitete. es ist nicht bloß die gute form oder das durchgestaltete erscheinungsbild mit dem feschen logo.

ich präzisiere: design als zentraler bestandteil der unternehmensstrategie meint, der unternehmer entwickelt eine designgesinnung, eine designhaltung. also eine innere grundeinstellung, die des unternehmers denken und handeln prägt. es ist eine kundenorientierte haltung.

unternehmer müssen dazu keine designer sein. sie müssen auch nicht die denkweise der designer (design thinking) nachahmen. sie müssen “nur” diese haltung entwickeln.

vom neurobiologen und hirnforscher dr. gerald hüther (http://www.gerald-huether.de) erfahren wir, dass eine haltung aus den gemachten erfahrungen entwickelt wird. um die günstige designgesinnung zu erreichen, müssen wir also die unternehmer dazu »einladen, ermutigen und inspirieren« designgünstige erfahrungen zu machen.

ps: 
sie sind somit eingeladen sich ermutigen zu lassen. holen sie sich inspiration in unseren designjams, zb im rahmen des global service jams beim vienna service design jams 2013 von 1.–3. märz. dort können sie hautnah erleben wie design nutzen stiftet und was es bedeutet design thinking (die denkweise der designer) anzuwenden.