Die Kieselsteine kommen wieder

31/01/2020

Ich habe das schon vor Jahren einmal begonnen (2012 war das); kurze Notizen – Aphorismen (so erklärte mir der Philosoph) – zu notieren und ich nannte sie »Kieselsteine«.

Kieselsteine gibt es viele – sie liegen überall herum. Manchmal findet man einen sehr schönen und hebt ihn auf, man betrachtet ihn von allen Seiten, vielleicht steckt man ihn auch ein, um ihn später wieder anzusehen. Manchmal bewundert man ihn aber nur kurz, wertschätzt ihn, und legt ihn zurück- Gelegentlich wirft man eine rasch wieder weg, weil er von der anderen Seite doch nicht so schön anzusehen war. Und dann gibt es manche »Kieselsteine«, die tatsächlich »edler« sind. Wertvoll. Freilich, die will man unbedingt aufbewahren und nimmt man mit.

Vor einiger Zeit schrieb ich, dass man neuerdings zu jedem Blogpost ein Bild auswählen muss – sonst wäre das nicht ansprechend genug. Das ist ein willkommener Grund zu prokrastinieren und natürlich auch wieder nur ein Werkzeug des Widerstands – darüber habe ich auch etwas notiert. Der Widerstand, den Steven Pressfield in »Do the work« so treffend formuliert, ist ein tückischer »Genosse«, heimtückisch, lauert an jeder Ecke und macht uns unsere Arbeit madig.

Also, zur Feigheit und Angst vor ausbleibender Zustimmung, gesellt sich nun auch noch die Notwendigkeit etwas zeichnen zu müssen, bevor ein Beitrag veröffentlicht wird – beim Designer sollte es vornehmlich eine Illustration sein, die zum Blogbeitrag passt, denke ich mir. Somit stauen sich noch mehr Ideen und notierte Gedanken auf meinen Cloud-Speichern und in den Notizbüchern und bleiben der Öffentlichkeit vorenthalten.

Damit will ich nun (schon wieder :-/) aufhören – eben mit der wieder aufgegriffene Idee der Kieselsteine-Serie, damit soll das ein für alle Mal gelingen. Ich erstelle eine passende Illustration (siehe oben) und dann gibt es für diese Art Notizen nur noch diese Grafik – vielleicht in Abwandlungen – aber im Prinzip kann ich mich ab nun nicht mehr mit der Ausrede der fehlenden Illustration davor drücken etwas zu veröffentlichen. Die Illustration ist da – der Tag ist #Kieselsteine und #Kieselstein, und ich schrieb ja oben: es ist ein Gedankesplitter ein Aphorismus.

Die obige Einleitung macht auch klar, dass diese kurze Texte mit variabler Qualität und inhaltlicher Bedeutung für den Einzelnen sein werden. Manche Kieselsteine gefallen dem einen, und dem anderen ganz und gar nicht. Jeder hebt sich den seinen auf.

Damit knüpfe ich auch an Luhmanns Zettelkasten an, denn diese Notizen sind ein wenig ausformulierte Zettel, wie sie in meinen Zettelkasten passen. Bausteine, aus denen neue Gedankengebäude und Publikationen entstehen können.

In diesem Sinne möchte es gelingen, ab nun deutlich mehr zu veröffentlichen, weil ich mir damit auch die Erlaubnis geben, mich sehr kurz zu fassen. Der Leser ist nun vielleicht etwas mehr gefordert, denn mitunter greife ich Gedanken von ehedem auf und führe sie weiter. Man muss sich vielleicht gelegentlich erst den Kontext erarbeiten, in dem das Geschriebene Sinn macht.

Jedenfalls sind Sie herzlich zum Dialog eingeladen. Das ist mein wahrer und der edle Grund für diese Publikationsarbeit. Nur deshalb »quäle« und zwinge ich mich zur Veröffentlichung, damit Sie erfahren, was ich mir überlegt habe und wir das im Diskurs gemeinsam weiterentwickeln oder korrigieren können.

Ohne schreiben, weiß man nicht, was man denkt.
Ohne Publikation wissen es die anderen nicht.
Ohne Diskussion gibt es keine Entwicklung.

Ich freue mich auf unsere gemeinsame Entwicklung im Zuge dieser Diskurse.

Vielleicht ein Kommentar?

Rudolf T. A. Greger

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