Es ist immer ein Geben und Nehmen, kein Nehmen und Geben!

06/09/2023

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(Logbuch-Eintrag 20230906.0633) — Es kann nicht sein, dass jemand von einem vollen Service verlangt und erwartet und im Gegenzug selbst »zahlungszäh« ist. Es kann nicht sein, dass jemand meint, man könne nicht mehr für eine Stunde Arbeit verlangen als X und man dürfe nicht mehr Stunden als Y verwenden und gleichzeitig fordern, dass bestimmte Arbeitspakete zu erledigen sind. Man kann doch nicht Höchstwerte festlegen und Mindestlieferungen erwarten.

Das heißt, man kann schon.

Doch würde man dann auch mit der Zahlung nicht hinterm Berg halten. Wir kennen das aus alten Filmen – und manche von uns vielleicht auch aus persönlicher Erfahrung –, man gibt bei der Ankunft im Hotel ein fürstliches Trinkgeld und wird hernach entsprechend zuvorkommend behandelt. Niemand fragt dann mehr nach, ob das im Preis inbegriffen war oder nicht, es ist einfach die Reziprozität, die entsteht, wenn man (durch das Trinkgeld) Vorschuss-Vertrauen gibt. Das wird in aller Regel – jedenfalls von den Anständigen – nicht missbraucht.

Man kann eingangs erwähntes Verhalten – man konnte (!) – auch an den Tag legen, wenn die Umstände es noch erlaubten. Das war zuletzt im 19. Jahrhundert und hat als letztlich die Sozialdemokratie hervorgebracht. Die Unwissenheit der Menschen (der Arbeiter) und die Unverfrorenheit den Unternehmer hat es ermöglicht, dass man Maximales verlangen konnte und Minimales bezahlte. Aber so ist die Lage heute nicht mehr und diese Vorgangsweise ist auch keine nachhaltige. Nachhaltig im Sinne von langfristig nützlich. Das war sie nie. War der Arbeiter im vorvorigen Jahrhundert erpressbar, so war er auch damals schon (und ist es heute unbedingt) auch jemand, den man schätzend behandeln sollte; er könnte jederzeit aufwachen und einfach nicht mehr liefern. Was dann?

Entweder man bezahlt – vorab! – dann kann man erwarten, dass jemand »springt« oder man zahlt gemächlich – z.B. weil es im Moment nicht anders geht – aber dann ist man auch entsprechend zurückhaltend bei den Forderungen. Nicht demütig, nein, man ist ja Kunde, aber bemüht die Geduld des Lieferanten nicht allzu sehr zu strapazieren. Ein Geben und Nehmen, nicht wahr.