»Was macht der Rudolf eigentlich?«

18/11/2023

Kommentar

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Seit Wochen überlege ich, grüble ich, diskutiere ich (mit mir und anderen), verzweifle ich; die Menschen fragen mich, was ich mache und die Antwort fällt schwer. Dabei soll man seine Einzigartigkeit betonen.

Dieser Tage erkannte ich: Meine Einzigartigkeit ist meine Vielfältigkeit! Das ist (m)ein Problem.

Ich dachte immer, es sei eine Schande, wenn man vieles kann, dafür nichts richtig. Ich habe es all die Jahre (30+) geleugnet.

Ich habe mich dabei verbogen, gequält, mich auf eine Sache kapriziert, obwohl ich eine andere machen wollte. Die andere Sache habe ich mir dann lange nicht erlaubt. Schließlich doch. Also wieder etwas gelernt, kann schon wieder etwas, aber nicht unbedingt mit dem schwarzen Gürtel. (Glaubte ich.)

Ich gebe auf.

Nein, genauer, ich erkenne es an!

Genau diese ich-kann-alles-machen Mentalität, die ist ja (die »Rückseite der Medaille«) auch eine Stärke. Meine Stärke.

Ich erkenne das nun deutlich als Vorteil. (Fast denke ich an Leonardo.)

Ich bin als Industrial Designer ausgebildet, also für das Gestalten von Gegenständen. Doch will ich sie nicht nur ästhetisch ansprechend gestalten, sondern ich will damit das Leben der Menschen verbessern. Sie müssen funktionieren, nützlich und praktisch sein und dann sollen sie bloß »nichthässlich« sein. Also eine ästhetische Qualität aufweisen, die alle Personen der Zielgruppe gut aushalten, die daher nicht polarisiert. Sie ist für niemanden häßlich. Sie ist neutral. Die meisten iPhones könnte man so qualifizieren. Nichthässlich. Manchen gefallen sie, aber in Wahrheit kann niemand sagen, das iPhone sei hässlich – auch nicht, wenn man nicht zum Apple-Tribe gehört.

Nichthässlich ist schwierig. Vermutlich das Schwierigste im Design überhaupt.

Aber darum geht es hier nicht.

Also Industrial Designer, der das Leben der Menschen verbessern will. Logisch, dass ich da auch User Interfaces (UI) gestalten muss und dass ich bessere User Experience wünsche (UX). Dass ich mich mit besseren Services beschäftige, das ist logische Folge (Servicedesign) und dass ich das alles mit der Herangehensweise der Industrial Designer mache, die als Design-Thinking bekannt wurde, ist klar. Also kann ich auch über Design-Thinking vortragen, Workshops abhalten und Menschen darin coachen (lehren, trainieren und im Alltag begleiten).

Weil es um ein besseres Leben für die Menschen geht, für Konsumenten, für Nutzer (auch für Monteure, Verkäufer, Handwerker), geht es auch um ein besseres Leben für Unternehmer und Manager. Viele unglücklichen Entscheidungen sind nur deshalb unglücklich getroffen, weil die Interaktion mit dem anderen nicht gut designt war. Wer sich mit Servicedesign beschäftigt (ich), der muss also auch hier eingreifen. Wer sich mit der Gestaltung von Gegenständen beschäftigt (ich), der muss sich auch mit dem Auspack-Prozess, mit der Verpackung, mit dem Verkaufsprozess, usw. und schließlich auch mit dem Geschäftsmodell beschäftigen. Der muss – analog wie der Designer mit dem Techniker als Sparringspartner fungiert – auch mit den anderen Fachleuten in den Unternehmen als Sparringspartner auftreten – eben als Designer, als ein Vertreter des Nutzers, des Konsumenten.

Nicht nur der Gegenstand soll prima aussehen, auch das Verkaufsgespräch soll erfreulich für den Konsumenten (und für den Verkäufer!) sein.

Damit all das gut funktioniert, muss das Unternehmen gesund sein. Also braucht es ein praktikables Geschäftsmodell. Es muss auch Gewinn abwerfen. Geld ist der Treibstoff des Unternehmens, das erst damit den Konsumenten ein bequemes Leben verschafft, den Angestellten den Lebensunterhalt verdient, dem Staat Geldmittel zur Verfügung stellt, damit er es geschickt zum allgemeinen Wohl verwendet. Überall muss man gestaltend eingreifen.

Der Designer, der über seine Arbeit nachdenkt, erkennt das; er fungiert also obendrein als Design-Philosoph.

Ich stelle fest, ich kann vieles, traue mir vieles zu und will nun endlich den Glaubenssatz, dass »kann von überall etwas, aber nichts richtig« eine Hypothek ist, über Bord werfen. In den letzten Wochen erkannte ich, dass das mein Wert ist und dass genau das mir enorme Freude beschert.

Während die einen jemanden suchen der dieses oder jenes kann, habe ich immer das Gefühl, dass wir das selbst ausprobieren können, es wohl auch selbst schaffen. Nicht, weil wir uns mit wenig zufrieden geben, sondern weil wir es können, weil wir (mit mir im Team) in der Lage dazu sind.

So entwerfe ich derzeit User-Interfaces für eine HandyApp und gleich darauf für die WebApp. Ich modelliere eine Mikrobiogasanlage im 3D-CAD, drucke in 3D und baue ein Modell davon. Ich programmiere mir ein Interface für meine Texte, damit diese automatisch in ein gut aussehendes PDF exportiert werden. Dabei arbeite ich an einer Variante, die auf HTML und CSS aufbaut und an einer mit Latex. Auch das kann man programmieren, man muss sich bloß mit den Details befassen. Daneben entwerfe ich ein Logo für das eine Unternehmen, betreue einen Schriftsteller mit Buchlayout und im gesamten grafischen Auftritt, entwickle einen Buchaufsteller aus Karton.

All das während ich Produktmanager und Kleinunternehmer in Business-Model-Innovation coache, ihnen zu Klarheit und Orientierung verhelfe, ihre Geschäftsmodelle mit ihnen derart durchgehe, dass sie hernach selbstsicherer ihre Position vertreten und auch wissen, gegenüber wen; sie kennen nun ihre Zielgruppe besser, sie erkennen sie.

Ich unterrichte das alles auch: Servicedesign und Design-Thinking an der Donau-Universität Krems und beim TÜV; Business-Model-Innovation auch beim TÜV und an der FOM Universität für Organisation und Management; ich halte Vorträge in Wirtschaftsclubs, z.B. im Stuppach Ressort und bei Blaha Büromöbel (wo wir auch schon einige Workshops durchführten); ich erarbeite mit dem Kader eines Schweizer Unternehmens ihre Vision, mit einem österreichischen Beratungsunternehmen designjamen wir zwei Tage über neue Produkte für Digitalisierung und Sustainability; für den Flughafen führe ich Designsprints durch, damit das Parken einfacher wird; über Designsprints halte ich einen Mikroworkshop für die Creative Industries Styria.

Da fällt mir noch ein, ich unterrichtete auch Typografie, zuerst an der Werbeakademie, dann an der Universität für angewandte Kunst. Das war alles nützliche Knowhow für umfassende Corporate-Design-Projekte, aber auch für die Arbeit an User-Interfaces, für die Umsetzung von eBooks – wie z.B. das zur »Würdigung der Unternehmerethik«.

Achja, und ich schreibe Bücher. Da sind unter anderen die »6 Sätze über Design« und die »9 Schritte zum besseren Business Model«, deren Fortsetzungen noch am Manuskript-Tisch zur Überarbeitung liegen. Weil ein Verlag ein anderes meiner Bücher auch als Hörbuch veröffentlichen wollte, lernte ich Tonverarbeitung und nahm es selbst auf. Die Qualität verblüffte den Auftraggeber. »Das andere Buch über Design-Thinking« zum Lesen und Hören kommt gut an im Markt und ich freue mich jedes Halbjahr über meine Tantiemen.

Mit der Erfahrung vom Hörbuch gelingt mir natürlich die Erstellung der Braintonics; auch die App kann ich programmieren. Ein Versuch mit »richtiger Software« gelingt, aber erscheint mir momentan zu aufwändig; die neuen Versuche mit Low-Code-Maschinen sind für den MVP vom Brainbracer sehr erfolgreich.

Also was mache ich, was ist meine Einzigartigkeit?

Es ist die Vielfalt – es ist das Verbessern des Lebens der Menschen durch Gestaltung und mit den Mitteln, die verfügbar sind. Das alles mit dem Mut und Ehrgeiz zumindest ein erstes Ergebnis für die Überprüfung der Idee zu schaffen. Es ist also Design-Thinking in Reinkultur, echtes Design-Thinking.

Es kann nicht sein, dass eine Situation, die unzufriedenstellend ist, nicht derart verändert werden kann, dass sie sich einem Ideal annähert (der zweite Satz der »6 Sätze über Design«) und daher will ich mich dafür einsetzen und Unternehmer (und Manager) darin unterstützen, Wege zu finden, um solche ungünstigen Situationen aufzulösen. Das ist mein Coaching-Angebot an dich.

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UPDATE: Es gibt eine weitere Erklärung, eine Erkenntnis zum Unterschied zwischen meinem Designen und meinem Design-Coaching – meinem Businessdesign-Coaching – und warum das so ist.


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