Was kann man machen?

18/06/2020

Eine Million Zettel liegen hier herum – also bildlich gesprochen, nicht wortwörtlich. Es sind nicht wirklich eine Million und sie liegen nicht wirklich alle hier, unmittelbar rund um mich, herum. Sie sind verteilt auf zahllose Stapel, in meinem aktuellen »Messenger-Bag«, in meinem Rucksack, im alten Rucksack, in der Aktentasche, genau genommen in mehreren Aktentaschen, in der Schreibwerkstatt, im GPdesignloft im Aktenschrank, in einer Lade und auf Stapeln, markiert als »der als nächstes zu bearbeitende«.

Naja, ich will nicht jammern, ich schreib mir es einfach von der Seele. Nicht nur, dass man das diffuse Gefühl hat, wertvolle – für die Welt nützliche 😉 – Informationen da brach liegen zu haben, es macht einen auch irgendwie optisch unorganisiert.

Findet man die Dinge? Nein, das ist das Märchen vom Genie, das die Unordnung beherrscht. Wenn ein Genie in Unordnung zu Höchstleistungen fähig ist, dann wäre es zu noch viel mehr fähig mit Ordnung. Ich habe das einmal thematisiert.

Es ist eher das, dass da oft schon über Dinge vor Jahren nachgedacht wurde, über die man sich erst kürzlich wieder den Kopf zerbrach. Manchmal ist das gut, denn es kommt aufgrund der fortgeschrittenen Erfahrung, zu neuen Erkenntnissen. Manchmal ist das überflüssige Mehrarbeit, weil man zum gleichen Ergebnis gekommen ist. Der einzige Trost ist dann, dass man offensichtlich damals bereits richtig gelegen ist.

Der andere Nachteil

Die Ideen drängen in die Welt, in die Realität. Sie suchen sich einen Ausgang, einen Kanal aus dem Metaphysischen in die Existenz. Eine Idee will also in die Welt, so erklärte mir einst ein Freund, und da fällt sie jemanden, irgendjemanden ein. Sie fällt ein. Derjenigen, dem sie eingefallen ist (jener, den sich die Idee ausgesucht hat), hat nun die Aufgabe sie zu realisieren, sie in die Welt zu bringen. Macht der das nicht, so sucht sich die Idee jemand anders. Das sind dann die Momente des Ärgers, wenn andere etwas in die Welt bringen, an das man selbst bereits vor Jahren dachte. Man hat damals der Idee einfach nicht die notwendige Beachtung geschenkt. Also hat sie sich (die Idee) jemand anders gesucht. Das dauert manchmal lange, vielleicht hat so eine Idee viel Geduld oder sie ist bequem und wartet ein paar Jahre? Manche Ideen sind besonders pfiffig und fallen sicherheitshalber gleich mehreren Menschen ein. Dann kommt es darauf an, wer schneller realisiert. Gelegentlich passiert das zugleich – klassisch ist das bei Leibniz und Newton mit der Infinitesimalrechung der Fall gewesen.

Fazit

Ideen schnellstens verfolgen; Eingebungen schnellsten verdichten, nachvollziehbar aufschreiben, der Welt mitteilen. Damit reduziert man die Zettelflut und ermöglicht den Mitmenschen entweder auf einer präsentierten Idee, die nun sichtbar wurde, aufzubauen oder man spornt jene mit ähnlichen Ideen an, die ihren zu realisieren. Am Ende gewinnen wir alle, irgendwie, weil die Ideen zur Welt gekommen sind. Auch dieser Text hier ist so eine Eingebung, der vielleicht wieder andere anspornt, endlich ihre Ideen zu realisieren. Legen Sie los!


PS:
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PPS:
Siehe auch »Wie Sparring bei Managern und Unternehmern funktioniert«


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Rudolf T. A. Greger

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