Erkenntnis und Abschied – wieder ein Kapitel abgeschlossen

17/01/2024

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(Logbuch-Eintrag 20240117.0607) — Ein Subkapitel wurde gestern beendet. Ein gutes Kapitel. Lehrreich, interessant, herausfordernd, aber auch ent-täuschend. Manchmal will man nicht wahrhaben, was man weiß, und bleibt dran. Will die Verbesserung schaffen. Eben das Leben der Menschen verbessern. Man will nicht erkennen, dass die anderen nicht zuhören wollen, sich mit der Aussensicht nicht auseinandersetzen wollen. Ich lerne daraus, dass das zu akzeptieren ist und dass ich konsequenter meine Interessen als Designer vertreten muss.

Die Interessen des Designers sind, dass die Aufgabe klar gestellt und formuliert werden muss, das Grundlagen definiert werden, dass es ein Basiskonzept gibt, eine akkordierte und einstimmige Vision entwickelt wird. Einstimmig muss sie nicht sein, aber der CEO muss sie leben. Aber das schreibe ich jetzt vielleicht, weil ich auch verletzt bin durch diesen Vertrauensentzug.

Auf der anderen Seite ist es auch erleichternd. Ein Verantwortung weniger. Wieder Platz für neue Aktivitäten – oder besser, für die für jenes, jetzt beendete Kapitel hintangestellten. Die bekommen nun wieder mehr Luft. Das ist gut. Danke für alles. Danke für die Erfahrung, für die Möglichkeit ein System zu verbessern und Inhalte besser darzustellen (was zweifellos gelungen ist, das belegen die eMails und Aussagen). Danke für die Erkenntnisse. Insbesondere in Bezug auf die Akzeptanz des externen Projektmanagements und des Bestehens auf mein internes Projektmanagement. Da kann es von innen notwendig sein, schnell eine Sache zu kitten, doch soll man das erst machen, wenn von außen die Strategie, die Vision, das Ziel, die Zielgruppe, das zu Erreichende klar ist. Auch wenn sich das ändern kann, es muss klar dokumentiert sein. Und die eigene Erfahrung, das Wissen um den eigenen Prozess, muss gewichtig bleiben, muss gewünscht werden. Ansonsten scheint von Anfang an der Wurm drin zu sein. Die einen können nicht liefern, was sie imstande sind, die anderen bleiben unzufrieden. Aber nicht, weil sie keine Qualität bekommen, sondern weil sie selbst nicht wissen, welche sie sich wünschen. Dann ist es je nach Tagesverfassung einmal sensationell gut und berreichernd und dann wieder enttäuschend und behindernd.

Der Herr ist mein Hirte und er hat mich auf diese Wiese geführt. Es war schön hier, saftig, ein Erlebnis. Jetzt führt er mich weiter, zur nächsten Wiese, noch schöner, saftiger, fröhlicher, mit neuen Spielgefährten. Es war gut, ich bin stolz auf mein Ergebnis, dankbar für das Erlebnis und die Erkenntnis. Jetzt wünsche ich mir nur noch, dass ich das auch internalisiere und beim nächsten Projekt einfordere und berücksichtige.

Was wäre das? Nun ja, dass wir uns tief mit der Thematik, die es zu lösen gibt, beschäftigen. Dass wir uns besser über die Zielgruppe einigen und das uns allen auch klar und immer vor Augen liegt. Dass wir uns dann mit den Prozessen beschäftigen, zuerst aus fachlicher Sicht (was macht der Experte), dann aus Kundensicht (was machen die, was wissen sie, was wünschen sie). Das war bei diesem Projekt nicht klar, das war verschwommen und unwissend spekuliert, massive Eigensicht behindert optimale Kundensicht und verwässert das Konzept. Interne Zufriedenheit, ja zeitweise sogar Begeisterung, wird dann von externem Unverständnis ob der Komplexität torpediert. Die eigene Unsicherheit, was man eigentlich will, führt dann dazu, dass man einen Schuldigen sucht. Jenen, dessen Arbeit alle sehen, die Oberfläche. Eine bequeme Gelegenheit, die eigene Unsicherheit zu verbergen.

Bin ich schon wieder in ein analytisches Jammern abgerutscht? Ein wenig ja, doch ist das eine Analyse, die zukünftige Wiederholung vermeiden helfen soll.

Wie auch immer. Danke für die Möglichkeiten. Es war ein gutes Projekt, ein schönes Subkapitel. Jetzt konzentriere ich mich auf die anderen. CU.


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