täuscht euch nicht!

die nächste diktatur hierzulande wird keine gewaltherrschaft sein, es wird eine psychoherrschaft. 

das volk, also wir, werden für ideale einstehen, ohne zu überlegen (unfähig zu überlegen), ob wir auch wirklich dafür stehen. wir glauben das gesagte und exekutieren selbst. 

wir werden, von oben gelenkt, uns selbst die hölle heiß machen, wenn jemand nicht denkt, was gewünscht ist. 

wir werden, von oben gelenkt, eigenhändig die unerwünschten systemkritiker entfernen und mundtot machen. 

wir wissen heute schon, von oben gelenkt, dass wir die gerechten sind, jene, die einzig recht haben, die wahrheit wissen und also zu jenen gehören, die gut sind.
die anderen, die bösen, sollen nicht denken, nicht reden, nicht handeln, denn die verhalten sich nicht politisch korrekt. p_o_l_i_t_i_s_c_h__k_o_r_r_e_k_t heisst politisch richtig, der verbindlichen politischen verhaltensnorm entsprechend. woher kommt diese politik? 

die katastrophe wird sein, dass wir selbst exekutieren und daher keinen aussenfeind haben werden. wir werden es nicht merken, weil wir uns selbst (frei-?)willig unser recht auf eine eigene meinung abseits der verbindlichen politischen verhaltensnorm absprechen. wir werden keine sprache mehr dafür haben, weil manche worte (entsprechend dieser norm) nicht mehr gebraucht werden dürfen. »1984« findet 35 jahren später statt und »the circle« ist disneyland dagegen.

übers bloggen 2016

kiesel2es besteht der plan regelmäßig zu bloggen, regelmäßiger als in der vergangenheit. ideen für postings gibt es viele — der designer platzt regelrecht vor gedankengängen zu aktuellen und weniger aktuellen themen. das ist also nicht der grund für die seltene publikation am blog. die unsicherheit besteht vielmehr darin, ob das gedachte und notierte jemanden interessiert. freilich, das kann man nie wissen und man würde es erfahren, wenn man die zugriffszahlen ansieht. doch bleibt dabei die frage offen: lesen die leute nicht, weil sie es nicht interessant finden oder weil sie es nicht auffinden?

es gilt also zu erraten, über welche themen die am design interessierten lesen wollen. das sollte für den designer ganz leicht herauszufinden sein, schließlich rühmt er sich der umfassenden empathie-fähigkeit, die er sogar in seminaren vermittelt. aber es ist ein unterschied zwischen für jemand anders zu forschen und für sich selbst forschen — »die kinder des schusters haben keine schuhe« ist ein spruch, der oft wahr ist. in vielen gewerken kann man das beobachten.

man muss die dinge systematisch angehen: einen themenpool schaffen und dann für diese themen statements darlegen. über die arbeit des designers, über stundensatz und management, über formtheorie und designprinzipien. über aktuelle moden und klassiker und über »das design« im allgemeinen. wer definiert es wie und warum? wäre dabei eine interessante fragestellung.

eine frage an die werten leser: welche themen soll der designer (aus der designperspektive) beleuchten?

bitte um reges feedback. dann kann öfters, mehrmals wöchentlich, täglich (?) gepostet werden.

doing, not talking! oder?

   

es vergeht kaum ein tag, an dem ich nicht über ein neues buch, eine neue methode, ein neues canvas oder einen neuen toolkit erfahre, mit dem man neue services schaffen oder besonders innovativ sein kann. ist man daran interessiert (ich bin es), dann beschäftigt man sich eingehender damit, man kauft es vielleicht sogar und dann stellt man fest: viele gute beispiele, viele theorien, einige davon auch sehr gut umgesetzt. aber all das ist wirkungslos, wenn man es nicht ausübt! und das ist genau der punkt. was heisst ES ausüben? wohl kaum, bloß eine methode anwenden und sich dann, ob der vorbildlichen umsetzung vorgegebener spielregeln, auf die schulter zu klopfen, sich zu zunicken, dass man eine »designthinking-methode« (die es ja nicht gibt*) mustergültig benutzt hat und also großartig »kreativ« war.

doch es gibt nur ein kriterium das zählt: hat der nutzer jetzt, nachdem wir diese methode angewandt, jenes buch gelesen und dieses canvas ausgefüllt haben, ein wirklich besseres leben, eine bessere erfahrung, ein tolles erlebnis?

in den meisten fällen muss man diese frage mit »nein« beantworten.

die dinge, die »kreativen arbeiten« kommen nicht an, beim volk, an der basis, wie man so sagt. sie bleiben in der vision stecken, im management, im getriebe der »excel-organisationen«. es fehlt in den meisten fällen, nicht immer, am hands-on, am rasch umsetzen und ausprobieren, am prototypisieren. den meisten servicedesignern, und mit ihnen den sie engagierenden managern, geht es um den prozess: klar definiert, terminisiert und sauber absolviert.

fertig.
hakerl im excel-sheet.
nächster punkt.
was hat der nutzer — nein, auf den nutzer konzentriert man sich nicht, nur der kunde interessiert — was hat der kunde dazu gesagt?
schnell eine umfrage, bitte kreuzen sie an, zwanzig fragen, ihr gefühl zwischen null (nicht zufriedenstellend) und 10 (das war spitze) und dann sehen wir schon, dass wir 3,417% mehr zustimmung gewonnen haben. großartig! zufrieden und stolz auf die »kreative« leistung des managements durch »neues denken« lehnt sich die führungskraft zufrieden zurück.

ruft dann ein kunde beim hersteller an, wann denn die im moment nicht verfügbare ware lieferbar sei, dann weiß die dame am telefon nicht, dass es die ware grade nicht gibt, kann keine brauchbare antwort geben, kündigt auch nicht an, sich schlau zu machen und ruft natürlich keinesfalls zurück. schalterbeamte, oh, die gibt es ja nicht mehr, verkäufer an fahrkartenschaltern sind grießkrämig weil sie am feiertag hinterm schalter sitzen (müssen), betreuen kunden schlecht, weil sie nicht wissen, dass sie selbst in wahrheit schnäppchen-jäger sind** (sie sitzen hier und machen diesen job, weil es ihnen weniger kostet als wenn sie daheim arbeitslos säßen). aber die manager sagen es ihnen nicht. sie haben keine zeit, denn sie lesen gerade das nächste buch über methoden für innovative serviceentwicklung.

* siehe »die wahrheit über designthinking«, designthinkingtank.at
** jens corssen, »der selbstentwickler«

vision & strategie. fantastisch, praktisch und schnell erfassbar.

ein fantastisches buch. – schnell zu lesen, guter einstieg, nützliche tools, um sofort zu starten!

fantastisch weil es auf den punkt bringt, was zahlreiche theorie-bücher über viele seiten ausbreiten. es ist genau das konzentrat, das der praktiker (auch pragmatiker) braucht, genau das, was einem einzelunternehmer nützt, ohne ihn mit langem lesen aufzuhalten. eine klare empfehlung für KMUs und EPUs aller gewerke und branchen, aber insbesondere für die mitglieder der »creative industries«.

das buch hat all die merkmale, die unsere zeit zu erzwingen scheint:

– kurze, prägnante information, also schnell zu lesen. in ein bis eineinhalb stunden hat man das buch locker gelesen. für die übungen nimmt man sich freilich deutlich länger zeit.

– eine klare, flüssige sprache, also leicht zu lesen, unterhaltsam.

– eine übersicht an nützlichen »werkzeugen«, mit denen sich der einzelunternehmer der thematik ohne großen ballast annähern kann.

würde jeder unternehmer zunächst damit (mit diesem buch und seinen empfehlungen) seine unterlagen vorbereiten und sich über seinen unternehmenszweck klarheit verschaffen, dann würden weit weniger unternehmer jahrelang herumwursteln. man wüsste, was man (im moment) beabsichtigt und daher verfolgen sollte. man weiß dann auch, dass man das bei der mindestens jährlich durchzuführenden strategieklausur jederzeit korrigieren kann. und man weiß, dass man nicht nur strategisch planen, sondern im alltag auch strategisch denken kann. das ergebnis: klarheit und flexibilität in der unternehmensführung.

es ist nicht gesagt, dass dieses buch (dieses wissen) einem vor dem scheitern schützt, aber es macht bewußt, woran man scheitern könnte und zwingt einen den tatsachen ins auge zu sehen. speziell für unternehmen der kreativwirtschaft gilt es farbe zu bekennen: bin ich künstler (und mache was mir gefällt) oder dienstleister (biete also dienste an, die menschen nachfragen).

das buch ist für alle EPUs und KMUs ein gewinn, ob klassische wirtschaft oder kreativwirtschaft. jeder dieser (angehenden und erfahrenen) unternehmer soll sich mit seiner strategie befassen. dieses buch macht es einem leicht.

klare kaufempfehlung.

(einzige kritik: die vormarkierten stellen. es wirkt als hätte ich es bereits gelesen und mit einem leuchtmarker wichtige stellen markiert. hatte ich aber nicht. das lenkte mich (besonders visuell veranlagt) stark beim lesen ab. außerdem erscheint es mir bevormundend, ich entscheide lieber selbst, was mir wichtig und unterstreichenswürdig erscheint. aber das ist vielleicht ein zugeständnis für die leser aus der kreativen welt, die ein bißchen unterstützung brauchen, die anderen wird es nicht stören, daher kein punkteabzug. das buch ist kurz und knapp, gut zu lesen, das hätte ein kreativer auch ohne markierungen schaffen müssen.)

im übrigen bin ich der meinung, dass designen zentraler bestandteil jeder unternehmensstrategie sein muss. (aber das ist ein anderes buch ;-))

wie (ver)schaffen wir den einstieg ins designmanagement?

beim büchlein über designmanagement dachte ich darüber nach, wie ein einstieg ins thema gelingen kann: was will ich darüber wissen, wenn ich nix darüber weiß?

1. was ist es? das beantwortet unser credo. wir erklären, wie wir zu diesem credo kommen und erklären im folgenden die details rundherum.

2. wie soll das funktionieren, dieses designmanagement?

3. wie kann ich es als unternehmer nutzen? wir schlagen vor wie man es implementieren kann und welche schritte im folgenden unternommen werden sollen.

also wenn mich interessiert, was es ist, will ich auch wissen, wozu brauche ich es und wie mache ich es mir nutzbar. als überblick, die details stehen im großen werk.

der »appetitanreger für designmanagement« ist ein schneller einstieg ins thema.

entwerfen – to design

man fragt mich, wie kann man zwischen einzelnen designdisziplinen hin und her springen? warum ist man nicht auf eine einzige abonniert, voll konzentriert, spezialisiert?

für mich ist entwerfen mittel zum zweck. der zweck ist erkenntnis. diese erkenntnis gilt es zu teilen, mitzuteilen. durch texte & vorträge.

nachdem es primär um erkenntnis geht, die durch entwurfsarbeit zu erzielen ist, ist die entwurfstechnik, die designdisziplin irrelevant. die erkenntnis ergibt sich durch grafikdesign, industrial design, interaction design, servicedesign, webdesign, etc. kurz, durch gestalten.

wesentlich erscheint mir der dahinter liegende antrieb zu sein: eine verbesserung einer situation herbeizuführen. was besser ist, ist freilich zu diskutieren. einfacher ist besser.

design? design!

klar geht es um ästhetik. »never leave well enough alone« (loewy) – begnüge dich nicht mit ausreichend, mit mittelmaß, mit »passt eh« oder – falsch übersetzt und doch passend – häßlichkeit verkauft sich schlecht. strebe nach exzellenz in allem (steve jobs, tom peters).

aber ästhetik muss hier breiter verstanden werden. – schritt 1. ökonomisch: »the most beautiful curve is a rising sales graph« (loewy). – schritt 2. nicht bloß sichtbar, sondern auch erlebbar: experience der user, der nutzer (konsumenten, mitarbeiter, manager, chefs, etc.) – schritt 3. organisation – schritt 4. gesellschaft: der anthropologe sagt uns, der mensch existiert nur durch design, design sichert(e) ihm sein überleben.

design, das ist gestaltung mit dem verfügbaren, ein arbeiten vom ist zum soll, es ist effectual. der designer verbindet dann doch die punkte vorausschauend – zum wohle der nutzer.

effizienz

es scheint so zu sein, dass eine sorgfältige tagesplanung mit definierten pausen und arbeitsphasen die 90 minuten nicht überschreiten wesentlich mehr output ermöglichen als das »dahin-arbeiten«, also eine aufgabe nach der anderen abarbeiten, dran zu bleiben, so lange es dauert. plötzlich ist mittag und mittag vorbei und die eine aufgabe ist noch immer in arbeit. war sie so aufwändig oder verleitet dieses »dahin-arbeiten« zum brodeln? ich werde es weiterhin untersuchen.

6 sätze über design (5)

es geht voran. satz #6 gedeiht. der wecker läutet heute nicht, aber ich habe es aufgeholt. »designgesinnung« als sub-essay ist nahezu fertig und bei interesse würde ich es als diskussionsgrundlage vorveröffentlichen. wer wissen will, was designgesinnung bedeutet und umfasst, meldet sich für den newsletter an: http://designthinkingtank.at/6-saetze-ueber-design/

10. sept. 2015, do, 16:00–22:00

10. sept. 2015, do, 16:00–22:00

6 sätze über design (3)

konzentration ist gefragt.und eiserne disziplin.
das buch soll fertig werden und die gedanken damit geordnet sein.

also täglich um 5:00 aufstehen und schreiben. heute, war der erste tag dieses »neuen konzepts«. ich war müde. doch das schreiben, wenn ich zum schreiben kam (man muss erst wieder lesen, was alles bereits geschrieben ist), ist erfüllend und energetisierend. aber man muss wissen, was genau es zu schreiben gilt, man muss abends vorbereiten, was tagsdarauf morgens getippt werden soll.

nach den ersten eineinhalb stunden war ich hungrig und müde und missmutig.

nach dem kurzen frühstück voller tatendrang und begeistert. morgen geht es wieder los um 5:00.

im design ist es anders

die unzufriedenheit entsteht durch das nicht erkennen können des arbeitsfortschritts. es gibt viele dinge zu tun, zu überlegen, zu zeichnen; in unterschiedlicher, oft schnell abwechselnder folge. man macht das eine, wird zum anderen inspiriert, schiebt etwas drittes ein, verdichtet das erste, unterbricht frustriert, weil es schon wieder abend ist, und beginnt von neuem am nächsten tag. und immer wieder passiert es dann, dass man überrascht wird, weil plötzlich mehrere dinge zugleich gelöst sind. nicht »werden«, plötzlich »sind« sie gelöst. das »werden« bemerkt man kaum, das ist das, was während dieser frustrationsphasen passiert; genau das kann man nicht sehen/erkennen. könnte man es erkennen, dann wären da keine frustrationen und qualen, dann könnte man zufrieden sein mit dem arbeitsfortschritt. aber es ist eben nicht so linear, wie zum beispiel beim bauen einer mauer. drei viertel der arbeitsleistung liefert vielleicht nur ein achtel des ergebnisses, aber ist das fundament. das restliche viertel ist ein spaziergang, der mit leichtigkeit die anderen sieben achtel des ergebnisses generiert. aber kann diese ersten drei viertel nicht überspringen.
grade eben erlebe ich wieder diese ohnmacht. diesmal aber spüre ich, dass mehrere dinge zugleich gelöst werden. mal sehen, wann es sichtbar wird.

6 sätze über design (2)

ein rückschlag. bei der heftigen überlegung, worin der unterschied zwischen einem designer und einem unternehmer besteht, kommt die schreibsoftware aus dem tritt und »hängt sich auf«. dummerweise schaffte es die speicherautomatik nicht die letzten paar minuten (sekunden? für mich waren es stunden) abzuspeichern. eine bereits verlorengeglaubte körperreaktion stellt sich ein, hitze durchströmt den körper, wut, enttäuschung – dann, der versuch zu erinnern was alles dabei war, das nun verloren scheint. keine chance. es wurde alles gesagt (d.h. geschrieben) und daher ist der kopf nun leer. ich bringe kaum noch einen halbsatz zusammen, dieser noch kurz vorhin strömenden gedanken. jetzt braucht es geduld. ich bin sicher, irgendwo drin in mir, finde ich es wieder.

doga do go.

image

es scheint so, als müsste man zunächst alle seine gedanken und ideen einzeln fixieren. jeder gedanke ein essay. dann, wenn ein stapel an papieren vorliegt, kann man diese gedanken in eine ordnung bringen. und dann erst, kann man den roten faden erkennen oder herausarbeiten, damit auch anderen den eigenen gedanken folgen können. manchmal habe ich den eindruck, der wunsch sich nicht zu wiederholen hemmt beim schreiben. mit diesem konzept könnte es gelingen, weil die einzelnen aufsätze einander ergänzen, sich gegenseitig zitieren, ein netz der überlegungen sichtbar wird. zu doga gibt es nun ein paar essays und ein paar skizzen.

liberal oder zwang? wer, wen?

ein wahrer liberaler geist erlaubt es auch einem radfahrer, freihändig und sich nase schneutzend in drei meterabstand vor einem 15-t-autobus herzufahren. er geht davon aus, dass der mensch (der radfahrer) imstande ist eigenverantwortlich zu handeln und also weiss, dass eine kleine bodenunebenheit den höchstwahrscheinlichen tod nach sich zieht. so ein bus steht nicht nach drei metern und ein überrollen …, naja. ich stelle mir dann die frage, ob es erlaubt ist, dem busfahrer so eine option anzubieten. will man das erleben, unschuldig und freigesprochen einen radfahrer zerquetschen? will man damit leben? und ist es legitim, diese verantwortung des radfahrerlebens dem busfahrer aufzuzwingen?

rezension: würdigung der unternehmerethik

ein geniales büchlein!
ein motivator im (manchmal mühseligen) unternehmeralltag.
und eines der drei bücher, die ich auf die sprichwörtliche insel mitnehmen würde (die anderen sind peter druckers »the effective executive« und ayn rands »der streik«).

die autoren rahim taghizadegan, eugen-maria schulak und georg greutter beschreiben ein anderes, das wahre bild des unternehmers. eines umsichtigen, vorausschauenden, der gesellschaft dienen wollenden menschen. …

der unternehmer ist kein manager (obwohl er managt), der unterschied ist er besitzt. ein unternehmer schafft ein nachhaltiges unternehmen, damit er es seinen kindern weitergeben kann. das büchlein ist eine erfrischende alternative zur sozialromantik und zur politischen lüge, wonach die menschen vorm kapitalismus durch das »system« zu schützen sind, anstatt dass sie eigenverantwortung übernehmen. dieses büchlein zeigt, dass es ethisches unternehmertum gibt und klärt auf, dass es davon mehr gäbe, würden die politischen systeme das nicht massiv behindern.

ein empfehlung auch (insbesondere) für die gegner des freien unternehmertums. an diesen argumenten sollen sie die ihren messen. im besten sinne der wiener schule: möge dann das bessere argument gewinnen.

ein auszug, S. 70:
»[im alten ägypten] lastete der zehent schwer auf den schultern der menschen, die obrigkeit war deshalb verhasst. zehn prozent – da würde man heute von steueroase sprechen! […]. [heutzutage] werden steuersätze, für die man einst jeden könig gehängt hätte, als »selbstgewählt« erduldet.«

jetzt verstehe ich warum politiker im allgemeinen gegen die freie marktwirtschaft sind. ein unternehmen »staat« wäre in einer freien, einer wirklich freien marktwirtschaft längst zig-mal bankrott. es geht also gar nicht darum die mehrzahl der menschen (die weniger riskieren wollen und ihre arbeitsleistung gegen geld zur verfügung stellen) vor den angeblich bösen unternehmern (die minderheit, die persönliches hab und gut riskiert), die arbeitsleistung einkaufen (weil sie sonst nichts weiterbrächten) zu schützen — die unternehmer wissen genau, dass langfristig nur anständige kaufleute erfolgreich sind, dass »wirtschaft nur dann funktioniert, wenn sie in ethischer gesinnung betrieben wird.« (S. 45)

reden unsere »vertreter« also nur deshalb von der kapitalistischen bestie, weil es sich damit vorzüglich von der fratze des systems, der bürokratie, des staatsapparats ablenken lässt?

diese buch hellt auf, klärt und schärft unseren blick.

absolute kaufempfehlung!

ich löse ihre probleme und sie bezahlen mich dafür. sie können dann verwenden, was ich geschaffen habe, oder auch nicht, aber ich entwickle keine alternativen. und wie auch immer sie sich entscheiden, sie bezahlen mich.

paul rand zu steve jobs 1985.

ein gesundes selbstverständnis. — steve jobs akzeptierte, erwirkte die freigabe von IBM sodass paul rand für next das logo entwerfen durfte und bezahlte eine pauschalsumme von 100.00 USD. dafür löste rand das problem. rand brauchte angeblich bloß zwei wochen für den entwurf.

gegen die großen ist gegen die kleinen

die plünderer schwingen große worte: »die großen konzerne bezahlen keine steuern« – ›das haben wir zwar so eingefädelt, aber nun beschweren wir uns mächtig‹ – und ändern die gesetze.
was passiert?
z.b. ist amazon nun gezwungen, wie man mir als kindle-autor mitteilt, die mehrwertsteuer des käuferlandes anzuwenden, anstatt des verkäuferlandes; also 19 oder 20% oder 23% statt der 3% in luxenburg. die folge: nicht amazon verliert, sondern der einzelne, der autor oder der leser, denn, so erklärt man mir im brief:
Die Tantiemen werden weiterhin auf Grundlage des Listenpreises ohne Mehrwertsteuer berechnet. Der Betrag, der aufgrund der Mehrwertsteuer hinzugefügt wird, hängt vom Land ab, in dem der Kunde seinen Wohnsitz hat. Wenn ein Buch beispielsweise auf Amazon.co.uk für 6,00 £ (Preis inkl. Mehrwertsteuer) angeboten wird, wird für britische Kunden der Mehrwertsteuersatz in Großbritannien von 20 % angewendet. Die Tantiemen errechnen wir in diesem Fall auf Grundlage von 5,00 £. Der Mehrwertsteuersatz für Irland von 23 % wird nur auf Käufe aus Irland angewendet. Ein irischer Kunde sieht zwar weiterhin den Preis von 6,00 £, wir berechnen die Tantiemen jedoch anhand des Listenpreises exklusive Mehrwertsteuer. Nach der Berücksichtigung des Mehrwertsteuersatzes für Irland von 23 % lautet der Betrag für die Tantiemenberechnung also 4,88 £.
das ist nicht amazons schuld, das ist die gesetzliche vorgabe, die am 1.1.2015 EU-weit in kraft tritt. die plünderer behaupten, es gehe darum, dass die großen unternehmen steuern bezahlen, in wahrheit aber berauben sie mit ihren maßnahmen den einzelnen, den bürger; entweder indem jetzt der brutto-verkaufspreis des buches höher oder die netto-tantiemenbasis für den autor niedriger ist. daher die bezeichnung: plünderer.
aber vielleicht habe ich da nur etwas übersehen. bitte um entsprechende hinweise.

denken & schreiben (& posten!)

das rezitieren, rezipieren, nachdenken, bedenken, überdenken der gedanken anderer und das stellung beziehen, meinung bilden und artikulieren ist entscheidend, um sich aus der selbstgewählten unmündigkeit eines bürgers des 21. jhdts zu befreien. es ist ein akt der wiederbelebung der aufklärung im kantschen sinn. es ist ein erkennen, dass demokratie, so wie sie heute gelebt wird, falsch verstanden wurde und zwangsläufig, wenn sie schon nicht zur diktatur wird, so im geringsten stark diktatorische züge annimmt, ja annehmen muss. wie sonst könnte ein gewählter vertreter seine konzepte realisieren? je größer die organisation, desto restriktiver wird seine führungshandlung sein müssen. dagegen je kleiner die einheit, desto freier, selbstverwirklichbarer und liberaler seine handlungen. es betrifft ja im kleinsten nur mehr einen selbst.
(na sowas, eine überlegung vom 4.11.2012!)

Give me six hours to chop down a tree and I will spend the first four sharpening the axe.

abraham lincoln (quelle)

das ist wohl der grund, warum wir (ich) vorträge und workshops erst in den letzten tagen vor der veranstaltung fertig stellen. wir schleifen unsere äxte (daten sammeln, gründe für die wissensvermittlung) und fällen dann erst den baum (erstellen der arbeitsunterlagen, der powerpoint-slides). – alles klar. 🙂

ad Design-Gesinnung

wieder ein mosaiksteinchen für meine theorie über »designgesinnung« und »design im zentrum der unternehmensstrategie«.

hier eine interessante dokumentation über steve jobs und next: bei minute 5:14 der entscheidende hinweis: das neue unternehmen soll mit herz, mit leidenschaft aufgebaut werden und die menschen sollen die produkte kaufen oder bei next arbeiten, weil sie fühlen, dass es den mitarbeitern, dass es dem unternehmen wirklich darum geht, die ausbildung zu verbessern, den ausbildungsprozess zu verbessern (= das leben der menschen verbessern ;-)) und nicht darum geld zu verdienen oder etwas zu tun, weil man etwas tun möchte. man entwickelt den next-computer, weil man sich um den ausbildungsprozess kümmert, sich darum sorgt, ihn pflegt. die innere haltung ist es, das »why« (vgl. simon sinek; »start with why«).

die wahrheit über design thinking (2)

die prominenteste gruppe, die so denkt, sind die gestalter selbst, die designer. dort entfaltet sich design thinking zur höchstleistung, denn die dinge, die so praktisch sind und gut funktionieren, dürfen nicht häßlich sein. designer geben diesen produkten (gegestände, prozesse und dienstleistungen) die genauso notwendige und von den menschen gewünschte und benötigte ästhetik.

sieh’ genau hin!

wir müssen wieder lernen genau hinzusehen. es braucht zunächst immer eine präzise beobachtung der tatsachen und dann erst die analyse. das erinnert mich an aktzeichnen oder das zeichnen von stilleben. der zeichenlehrling schaut hin und zeichnet dann das gesehene aus dem gedächtnis oder seiner erfahrung. die zeichnung stimmt nur bei autisten mit der realität überein. die könner beobachten genau und zeichnen nur das, was sie wirklich sehen; zb den durch die perspektive drastisch verkürzten oder gar nicht sichtbare arm. das gleiche gilt in der gestaltungsarbeit. so manche manager gestalten prozesse wie zeichenlehrlinge. sie sehen hin und arbeiten dann mit ihren erfahrungen und aus dem gedächtnis, also mit den angenommenen einschränkungen ihres umfelds. besser ist es, nach dem ersten (groben) hinsehen neuralgische punkte zu identifizieren und diese dann genauer zu untersuchen, hypothesen zur verbesserung aufzustellen und, wieder durch genau beobachten und ausprobieren, diese zu überprüfen – der servicedesigner hilft dabei.
oft erlebe ich, dass ein problem beschrieben wird, die arbeitsgruppe grob hinsieht und eine (sozusagen aus der ferne) erste analyse als die ursache der problematik akzeptiert. beim genaueren, längeren hinsehen aber hätte man andere, diffizilere ursachen erkannt. denn erst wenn auf diese ursachen reagiert wird kann man den zu bearbeitenden prozess verbessern – wie gesagt, der servicedesigner hilft dabei.

die wahrheit über design thinking (1)

design thinking ist die denkweise der gestalter, jener menschen, die eine vorgefundene situation so verändern (wollen), dass sie ihrer idealvorstellung dieser situation entspricht. es ist eine effectuale denkweise, die denkweise der entrepreneure, der macher. es ist auch eine empathische, kundenorientierte denkweise, vermutlich auch die denkweise der kaufleute, eine serviceorientierte denkweise. sie erscheint manchmal chaotisch, weil zusammenhänge hergestellt werden, wo scheinbar keine sind; es ist also eine kreative denkweise. es ist eine denkweise des ausprobierens und des iterativen verbesserns, des flexiblen reagierens auf momentane umstände.

arbeit: lesen.

imagefür meine tätigkeit, meine arbeit (work, not labour) ist es notwendig zu lesen. interessanterweise anerkenne weder ich noch mein umfeld das als eine für die arbeit notwendige tätigkeit. mein umfeld meint, ich arbeite ja nicht, ich lese, und auch ich stelle nicht die zum lesen notwendige zeit zur verfügung, sondern nur rand- und lückenzeiten, zeiten, die kaum andere tätigkeiten zulassen, zb wartezeiten am flughafen, im bus, vorm termin, etc..
lesen fühlt sich oft nicht nach arbeiten an, es hat den geruch von kontemplation (vielleicht ist das gar nicht so falsch). dieses in die lücken quetschen lässt sich zum einen darauf zurückführen, dass wir gelernt haben effizient sein zu müssen und also (fast) jede lücke im tagesablauf mit notwendiger (und wertvoller) tätigkeit aufzufüllen haben – nur ja keinen zeitpunkt unproduktiv verstreichen lassen! lesen ist eine tätigkeit, die gut in solche lücken passt. also ist es ineffizient, so unsere schlußfolgerungen, zu anderen zeitpunkten zu lesen, wenn man auch »größere« dinge erledigen könnte, schreiben, zeichnen, den großen wurf entwickeln, …
das ist falsch!
lesen erfordert konzentration und ist essentiell für viele arbeiten. lesen – ergänzt durch schreiben und notizen machen – ist unendlich wertvoll und nützlich. quetscht man das lesen in die pausen und lücken des tages, so vernichtet man potential; außerdem lassen sich notizen und über das gelesene nachdenken schwierig in diesen lücken umsetzen. nicht, dass es unmöglich wäre, aber deutlich schwieriger und komplizierter als würde man zwei stunden am nachmittag dem lesen (mit notieren und reflektieren) widmen.
lesen ist »arbeit«, gehört zur arbeit, zur »work«.

der staat macht es sich leicht.

heute spricht mich eine vertreterin vom WWF an, ob ich kurz zeit habe. — nein. — es wäre wichtig, es ginge um unser wasser. — diese thematik ist zu komplex, wasserversorgung, so antworte ich, das habe ich (zwangsweise) delegiert an die verwaltungsbeamten unseres staates. wenn sie von mir geld für ihr engagement haben will, dann müsste man die steuerzahlung verringern. ansonsten würden wir ja für eine zu erbringende leistung doppelt bezahlen. — ob das funktioniert, glauben sie?
der staat macht es sich leicht. er kassiert geld für in aussicht gestellte leistung (steuereinnahmen für die bereitstellung diverser staatlicher services), erbringt diese leistung aber nicht in gewünschter qualität. das ruft NGOs und andere hilfsorganisationen auf den plan, denn man muss etwas tun und die dinge zum besseren wenden. diese organisationen brauchen geld, das sie durch spenden wieder vom bürger erhalten (ausschließlich, denn die staatlichen zuschüße sind, erraten, steuergeld).
der staat macht es sich leicht. er schürt angst vor privatiserung und lässt dann doch NGOs, also private organisationen, die arbeit erledigen. die NGOs bemühen sich nun um das jeweilige thema (wasserschutz, medizin, bildung, etc) und die bürger bezahlen doppelt: einmal die steuern für geringe leistung an den staat (= die verwaltung, die politik) und zum zweiten die spende für die finalisierung, die tatsächlich notwendige leistung. zeit, dass sich da etwas ändert.
der denkfehler in der sozialistischen argumentation ist, dass man meint, es stehe dem staat nach der privatisierung diverser services die gleichen steuereinnahmen zu wie davor. ganz sicher nicht. erbringt der staat weniger leistung, dann bekommt er auch weniger dafür bezahlt, also weniger steuereinnahmen. diese mittel werden beim bürger frei, um sich am freien markt die ehemals vom staat schlampig erbrachten leistungen einzukaufen. nachdem es ein freier wettbewerb (!) wäre, würde die qualität steigen, denn der kunde (der bürger) kann wählen. franz böhm sagt dazu: »der wettbewerb ist das großartigste und genialste entmachtungsinstrument.« klar, dass das der herrschenden kaste (den politikern und verwaltungsbeamten) nicht recht ist.
der staat macht es sich zu leicht.