über dinge, die den designer beschäftigen, design, management, wirtschaft und handlungen des alltags.
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es könnte sein, dass jene menschen, die es nicht so genau nehmen, schwache dienstleistungen, die unsauber und eigentlich sogar miserabel erbracht werden, aus gründen der eigenen bequemlichkeit und vielleicht auch aus laschheit nicht bemängeln. sie bemängeln es nicht, weil sie es genauso lasch machen würden.
jene menschen, die sich selbst nicht schonen, die selbst nach bestmöglicher leistung streben, beanstanden diese mangelhaften dienstleistungen mit vehemenz. sie sind dafür aber auch immer einem perfektionsdruck ausgesetzt. durch ihre kritik legen sie die beurteilungslatte recht hoch. hoffentlich schaffen sie es immer, dieses gewünschte niveau zu erreichen.
ich weiß wovon ich spreche. ;-) 
nachtrag zur buchempfehlung: roger ball erklärt »DesignDirect«.
die offizielle website von DesignDirect ist hier — da kann man das buch auch in der papier-version bestellen.
“it’s critical that design isn’t subjugated to the back room as a sort of short order cook for marketing or merchandizing or sales. it has to be up front.”
Nike’s CEO mark parker bringt es auf den punkt.
D2C – designer to consumer. so könnte die neue formel lauten, zumindest in manchen bereichen der konsumwelt. die heute zur verfügung stehende technik macht das möglich. der aufstieg chinas ist massiv beteiligt daran. wieso und wie das möglich ist, beschreibt roger ball in seinem buch »DesignDirect«.
bei einem bankett der BODW (business of design week) in hong kong steht plötzlich die frage im raum: »warum gibt es keine designer als CEOs?«. – ja, ein paar gibt es:
die tatsache einer zusammenarbeit erkennt man nicht daran, dass die beteiligten personen am gleichen ort arbeiten. um zusammenzuarbeiten braucht es nicht primär den gemeinsamen ort, sondern es braucht gemeinsame haltung und absicht. es braucht gegenseitige wertschätzung und interesse an der meinung des anderen.

design muß zentraler bestandteil der unternehmensstrategie sein, will man langfristig erfolgreich sein. design ist heute schlüsselfaktor für wirtschaftlichen erfolg. dieses »design« ist aber ein anderer begriff als der in den medien verbreitete. es ist nicht bloß die gute form oder das durchgestaltete erscheinungsbild mit dem feschen logo.
ich präzisiere: design als zentraler bestandteil der unternehmensstrategie meint, der unternehmer entwickelt eine designgesinnung, eine designhaltung. also eine innere grundeinstellung, die des unternehmers denken und handeln prägt. es ist eine kundenorientierte haltung.
unternehmer müssen dazu keine designer sein. sie müssen auch nicht die denkweise der designer (design thinking) nachahmen. sie müssen “nur” diese haltung entwickeln.
vom neurobiologen und hirnforscher dr. gerald hüther (http://www.gerald-huether.de) erfahren wir, dass eine haltung aus den gemachten erfahrungen entwickelt wird. um die günstige designgesinnung zu erreichen, müssen wir also die unternehmer dazu »einladen, ermutigen und inspirieren« designgünstige erfahrungen zu machen.
ps:
sie sind somit eingeladen sich ermutigen zu lassen. holen sie sich inspiration in unseren designjams, zb im rahmen des global service jams beim vienna service design jams 2013 von 1.–3. märz. dort können sie hautnah erleben wie design nutzen stiftet und was es bedeutet design thinking (die denkweise der designer) anzuwenden.
die aufgabe des designers ist es »to get it«, es zu kapieren. nun, zumindest der erste teil der aufgabe eines designers ist es, es zu verstehen. der zweite ist, es zu vermitteln – dem auftraggeber nämlich.
aber nicht immer gelingt es, es zu verstehen, es zu entdecken, denn auch designer lassen sich von moden blenden oder von ihrer eigenen eitelkeit, zb wenn sie etwas realisieren können, das sie schon immer einmal probieren und machen wollten, wenn sie der welt etwas einzigartiges neues zeigen können, wenn sie etwas total verrücktes machen dürfen, das auf den ersten blick witzig, interessant, amüsant wirkt, sich im alltag aber als unbrauchbar herausstellt, kunst im weitesten sinn, angewandte kunst im engeren.
was ich von einem designer erwarte ist, mit entsprechender einfühlungsgabe genau das zu gestalten, das nicht ist, aber in wahrheit gewünscht wird. die menschen können das oft nicht benennen und widersprechen sogar, wenn man sie mit der lösung konfrontiert. der designer sollte es erkennen können und er sollte es so vermitteln können, dass die dinge ins laufen kommen.
ich spreche von designer, weildas jeder in seiner designdisziplin so handhaben sollte, aber insbesondere gilt das gesagte für service designer, (service design in meiner definition) — alle designdienstleistungen gestalten im endeffekt services, sie manifestieren sich bloß in unterschiedlichen medien.
design ist die übung im sinne der kunden, im sinne eines dienstes am kunden zu denken und ihn zu erfreuen, indem auch die ästhetik stimmt. der mensch als neophilia, der den reiz des neuen braucht.
es ist das alte kaufmannsverhalten kombiniert mit ästhetischem feingefühl.

wieso? vor mehr als 20 jahren entdeckte ich henry david thoreaus werk, zuerst »über die pflicht zum ungehorsam gegenüber dem staat« und dann »walden«. diese bücher beeinflussten mein damaliges studenten-ich nachhaltig und machten mich unbequem (gegenüber anderen und auch gegenüber mir selbst).
die jahre des selbständig arbeitens (innerhalb unseres systems) verschleierten diese eindrücke des guten lebens, wie es uns thoreau beschrieb (insbesondere in »walden«) bis zu einem besonderen abend ende 2011:
schulak und taghizadegan stellten damals ihr neues buch »vom systemtrottel zum wutbürger« in der wiener buchhandlung morawa vor. überzeugten durch ihre ehrliche präsentation, ihre beschreibung der kämpfe, die sie selbst erlebten, bei den versuchen sich vom hamsterrad zu lösen. sie meinten, sie hätten es vielleicht geschafft, aber sicher nicht vollständig, sie hängen noch immer mit dem kleinen finger und dem kleinen zeh im hamsterrad.
das buch »vom systemtrottel zum wutbürger« ist zum einen anleitung, wie man ein guter systemtrottel wird (also jemand, der brav im system mit der masse mittrottet) und zeigt zum anderen, nachdem man nun erkennen kann, welch ein guter systemtrottel man bereits ist, mit welchen überlegungen und verhaltensänderungen man sich aus diesen verstrickungen mit dem system wieder lösen könnte.
ich habs wieder nicht gemacht. zu feige. vor über einem monat schrieb ich, dass ein blog kein manifest und kein essay ist, dass es sich mehr um einen gedankenspeicher handelt. diese gedanken bezeichnete ich als die kieselsteine unter denen sich gelegentlich auch ein edelstein entdecken lässt. jedenfalls sind es gedanken, deren veröffentlichung dazu dient, dass freunde, interessierte, der rest der welt, … dazu stellung beziehen können, dass sie diese gedanken kommentieren und sie reifen lassen. die gereiften gedanken könnten dann die basis für einen essay oder einen umfassenderen text bilden.
seitdem ich das schrieb, habe ich zwischen zehn und 15 gedanken digital und auf papier notiert, zwei weitere diktiert (weil beim gehen kann ich nicht schreiben) und keinen einzigen davon veröffentlicht, mit der inneren ausrede: das muß ich nochmals durchdenken, schöner formulieren und werde ich dann veröffentlichen, wenn ich mehr zeit dafür habe. aber, die vergangenheit beweist es, dazu kommt’s nicht. selten. die zeit nehm ich mir nicht und dann sind da schon wieder die nächsten gedanken.
dieser text ist die »warnung« an meine leser. ;-) ab jetzt will ich diese gedanken alle rauslassen in die wildheit der öffentlichkeit. damit sie das publikum besser einordnen kann, werde ich jeden dieser gendanken als »kieselstein« markieren (taggen). mal sehen was die werte leserschaft dazu sagt. die könnte ja dann (gelegentlich) dem kieselsteinstatus widersprechen.
“we shape our tools and thereafter our tools shape us.”
Marshall McLuhan
es ist demnach nicht egal, mit welchen dingen wir uns (tagtäglich) umgeben.
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