wirklich freie marktwirtschaft herrscht nur in der politik

die politiker warnen uns immer vor der freien marktwirtschaft. aber wovor warnen sie denn wirklich? freie marktwirtschaft bedeutet, dass das passiert, was den beteiligten am angenehmsten ist, der weg des geringsten widerstands. das ist ein prinzip der natur.
ein beispiel: ein gebirgsbach findet selbst den idealen weg ins tal. der mensch als regulierer meint, durch eine flußregulierung zu entschärfen und verschlimmbessert damit oftmals.
die politiker meinen auch, sie müssten die wirtschaft regulieren. bei einem unwetter aber kommt es umso dicker.
dabei funktioniert die politik letzlich selbst genauso, wie die von den politikern gefürchtete freie marktwirtschaft, nämlich frei und maximierend, zügellos und entfesselt, kurz unreguliert. die währung der, nennen wir es politwirtschaft, ist die wählerstimme. je mehr, desto besser. der politiker ist gierig nach dieser währung, genauso wie es dem »kapitalisten« bezüglich geld nachgesagt wird. der politiker tut alles für mehr politwährung, er lügt dem volk die hucke voll, dass sich die balken biegen. das wahlvolk lässt es sich gefallen, es ist ja bereits zu stimmvieh degeneriert, denn die politik weiß, wie es gelingt, passende einnahmenquellen (wählerstimmen) zu generieren. kein wunder, dass niemand, der an den hebeln der macht sitzt, das schulsystem reformieren will. diese »politkapitalisten« bedienen sich ungeniert und würden niemals eine regulierung dieser politwirtschaft zulassen. sie müssten sie ja selbst gestalten.
kein fluss der welt würde sich selbst regulieren, einengen, sich seiner kräfte berauben lassen. also leben wir weiterhin mit politüberschwemmungen und politkatastrophen, bis es dem wahlvolk gelingt, über den köpfen der politiker hinweg, erkenntnis zu erlangen, zu verstehen, dass es so wie bisher, rein logisch, nicht weitergehen kann.
und dann? revolution!?

das hätte ich schon vor über drei jahren veröffentlichen können – ich tat es nicht. heute passt es immer noch. vielleicht sogar besser.

manchmal

manchmal gehen einem die dinge, die man irgendwie schon gerne macht, nicht so leicht von der hand, wie man sich das wünscht. »es zaht se«, wie wir in wien sagen. die dinge entwickeln sich nur zäh. langwierig. langsam. mir fällt auf, das ist insbesondere dann der fall, wenn ich mir vornehme, nur eine gewisse anzahl von stunden (oder weniger) dafür zu brauchen oder wenn ich in völliger absenz realistischer zeitschätzung eine liste am montag-vormittag zu erledigender aufgaben erstelle, die ich am freitag vielleicht zu einem drittel abgearbeitet habe. in diesen momenten erscheinen die arbeiten zäh.
dann gibt es andere. da ist man tief drinnen, die dinge fliegen einem nur so von der hand, die gedanken fließen in reißenden strömen, die ideen bersten aus dem kopf aufs papier, der stift flitzt dahin, die tastatur glüht. dann sieht man auf die uhr in der meinung der halbe tag sei inzwischen um — aber nein, es war grade mal eine halbe oder ganze stunde. man kann sich also noch einiges vornehmen für den angebrochenen vormittag. und dann passiert das alte spiel — siehe oben.
mir scheint, das problem ist die selbstauferlegte zeitbeschränkung. man möchte in einer stunde fertig sein, man möchte bei tageslicht arbeiten. ja, das ist noch eine straf-verschärfung: die winterszeit mit ihren kurzen tagen. selbst wenn man sich übertölpelt und die uhr aus dem blick lässt, der raum wird einfach dunkel und mahnt, dass der tag zu ende geht — dabei ist es grade mal halbvier. auch das drängt zum endlich fertig werden und schon ist es passiert: die arbeit ist zäh.
aber im flow, also ohne uhr, da macht man das, wofür man im moment am besten zu gebrauchen ist. schnell. zügig. freudvoll. daher auch besonders gut. das heisst nicht, dass man die zähe arbeit nicht gut oder nicht gerne macht, es ist nur eben deutlich anstrengender die gewünschte qualität zu erzielen. schaffen tut man es schon.
ist das, was ich da beschreibe, nicht genau das, was man als »prokrastination« kennt? also, das weniger konzentrierte, aber um konzentration bemühte arbeiten, das sich-ablenken-lassen von im moment »interessanterem«? das kennt jeder, nicht wahr? es ist das los der wissensarbeiter. insbesondere der wissensarbeiter, denn die können sich so eine ablenkung leisten. erklärte uns doch schon peter drucker, dass man beim wissensarbeiter nur schwer sagen kann, ob er gerade arbeitet oder faulenzt. dazu kommt die (bereits häufig erlebte) möglichkeit, dass diese ablenkungen neue querverbindungen initiieren, die aus einem durchschnittlichen ergebnis ein geniales machen.
also gut, zäher projektfortschritt ist das los des wissensarbeiter und birgt die chance auf geniale ergebnisse (output auf neudeutsch).
frohes neues jahr.

metapher aus dem alltag

die projekte, sein leben, beherzt leben – mit mut.
es ist vergleichbar mit dem umdrehen eines spiegleis durch schupfen der pfanne. schupft man die pfanne vorsichtig und behutsam, bleibt das spiegelei halb in der pfanne liegen, klappt höchstens zusammen. schwingt man die pfanne etwas stärker aber zögerlich, hebt das ei ab und landet mitunter am pfannenrand und der dotter ist zerstört. man muss mit viel schwung, also mit mut und zuversicht, das ei zum fliegen bringen und dann, so meine theorie, es mit gefühl wieder einfangen. ja, das erfordert übung, aber, so stelle ich täglich fest, auch den mut es in die luft zu werfen.
obiger absatz entstand aus den erfahrungen der letzten monate: ich warf zögerlich. das ergebnis waren zerplatze eidotter, teilweise am pfannenrand gelandete  oder bloß zusammengeklappte spiegeleier. gestern dann, der erste absatz war schon vorgestern geschrieben, ein erster versuch mit etwas mehr mut und ich erlebte eine andeutung meiner erfolgstheorie. und heute – mit beherztem wurf, ich nahm all meinen mut zusammen ;-)) – flog das spiegelei-paar (es waren zwei eier in der pfanne) gute 30 cm über der pfanne, drehte sich perfekt und landete mit erstaunlich gut hörbarem klatsch in der pfanne. kein dotter wurde dabei verletzt, das spiegelei perfekt und ohne »klibber« (also kein ungestocktes eiweiß).
fazit: mehr mut! das erinnert mich an »if you wanna soar, you have to jump first.« (mit paragleitschirm, freilich).

die diskursunfähigkeit unserer tage

es ist ein problem der diskursfähigkeit.
man will manche ansichten nicht hören und negiert sie. dieses »überhören« führt wiederum dazu, dass diese ansichten verstärkt, zugespitzter, polemischer formuliert werden. auch diese werden — nun erst recht — zurückgewiesen. bis dann der ärger eines diskussionspartners so groß ist und das thema drastisch verkürzt — und dabei vereinfacht — präsentiert wird. als lösung.
es erinnert mich an einen defekten analogen lautstärkeregler. man will leise musik hören. man stellt das radio damit leiser, ein klein wenig noch. oh, jetzt ist es zu leise, ein interessanter beitrag. also versuche ich zart wieder etwas lauter zu stellen. doch das radio reagiert nicht. ich drehe den regler nur ein wenig nach rechts, aber es verändert sich nichts. es bleibt leise. ich drehe also vorsichtig ein wenig weiter nach rechts. nichts. also mit etwas mehr »ruck« und — zack — jetzt ist es viel zu laut. das radio plärt mir die nachrichten ins ohr. ein radio kann ich recht schnell wieder leise stellen, aber wie ist es mit einer gesellschaft?
man möchte, wenn man sich diverse diskussionen anhört, den regler ein klein wenig »nach rechts« drehen. sagen wir in die 1970er oder 1980er jahre. wir aßen damals noch »mohr im hemd«, schleckten »eskimo-eis«, kauften im zuckerlgeschäft »negerbrot« und andré heller wollte noch »ein zigeuner sein«. doch das klein-wenig-nach-rechts drehen funktioniert nicht. der regler ist nicht mehr fein genug, abgenutzt, erlaubt diese nuancierte, kontrollierte rechtsjustierung nicht. erlaubt nicht einmal eine darlegung und zerlegung der fakten, denn manche dieser fakten kann man eben gut als »politisch unkorrekt«, als diskriminierend, als einschränkend bezeichnen (was hermeneutisch meist offensichtlich falsch ist). also, anstatt dass man sich mit einer problematik ausführlich auseinandersetzt, begriffe und ihren gebrauch und bedeutungsumfang definiert, anstatt dass man unterscheidet zwischen den vielfältigen sonderfällen (heute heisst es »einzelfälle«) und dann ein differenziertes, sauber gedachtes ergebnis präsentiert, blockt man »von links« alle diskussion ab. man errodiert diesen lautstärkeregler, sodass eine feinjustierung nicht mehr möglich ist. die »musik« wird immer leiser, dh. der bürger fühlt sich immer weniger verstanden und will immer vehementer korrigieren, nur ein wenig lauter. geht nicht. hoffentlich wird es nicht abrupt laut. zu laut!
übrigens ist mir aufgefallen, dass dieses phänomen des eingrabens in eine position auch im alltag jedes menschen vorkommt. bei mir jedenfalls kann ich feststellen, dass man gelegentlich in einer diskussion in eine position gedrängt wird, die man dann auch noch verteidigt, obwohl man gar nicht vollständig damit übereinstimmt. man wird von den mit-(gegen?-)diskutanten förmlich an dieser position in den boden gepresst.
das ist ein symptom der diskursunfähigkeit.
und zwar der eliten!
am stammtisch wird geredet, das ist die eine sache, aber die eliten sollten besonnen agieren und sauber argumentieren. doch der stammtisch hat sich vergrößert. »die welt« (das internet, facebook, you-name-it) ist heute für viele dieser stammtisch. sie ist also deutlich größer geworden, diese »stammtisch-runde«, dabei kaum wissender. umso wichtiger ist es, dass wir uns im differenzierten, fakten analysierenden denken und diskutieren üben. welch eine wunderbare chance steht hier bereit ergriffen zu werden: man stelle sich vor, die menschheit diskutiert, in großer breite, besonnen die themen des alltags und man findet ein argumentatives ergebnis, das alle verstehen und dem alle zustimmen. eine utopie, gewiss, aber tendenziell realisierbar. heute »mehr den je«.

jahresbeginn 2017

der moderne mensch, der mensch der gegenwart, macht keine neujahrsvorsätze mehr. er weiß, dass diese kaum länger als drei monate, vielfach deutlich weniger lang halten. so soll das hier in kürze erwähnte auch nicht als neujahrsvorsatz missverstanden werden, sondern als eine maßnahme aus der erkenntnis, die sich durch das arbeiten zwischen den feiertagen letzte woche ergeben hat.
ich nehme mir täglich nur ein thema vor, das wichtigste. das bearbeite ich mit aller präzision, bedacht, also in achtsamkeit, konzentriert und mit freude. und in der richtigen geschwindigkeit. das erscheint einem (mir) manchmal etwas langsam, aber es funktionierte sehr gut, letzte woche. nachdem die mehrheit aller geschäftstreibenden auf urlaub war, konnte ich mir in den letzten dezembertagen so eine langsamkeit erlauben. nach dieser einen täglichen »großen« tat, folgt eine weitere, weniger große, eher dringende arbeit, eine arbeit zu dingen, die man einmal ausprobieren will oder administratives. danach, nun ist doch erklecklich viel tagesenergie verbraucht worden, würde man kleinkram erledigen, zeug würde es heidegger heute nennen, adaptionen auf der website, löschen unbenötigter emails, papiere am schreibtisch ordnen, etc. man kann da auch gespräche führen und mit erhellenden diskussionen den tag beschließen.
aus der zeitmanagementtheorie übernehme ich die forderung, den nächsten tag am vortag zu planen und verknüpfe das mit einem gemütlichen ausklingen des arbeitstages. die briten wussten das wohl schon immer richtig einzuschätzen: mit einem fünf-uhr-tee soll ruhe in die managerseele einkehren. dabei überlegt man besonnen, was denn das wichtigste für den nächsten tag sei. bleibt noch zeit, dann kann man jetzt noch die fachliteratur bewältigen und entsprechende randbemerkungen notieren. fertig. feierabend. lesen.

wehrt euch! kauft nicht bei …

der artikel von rené f. lichtschlag den ich gestern erhielt, drängt mich zu diesen zeilen:
die warnung, dass es wieder so kommen könnte wie einst, wenn wir nicht genug aufpassen, ist berechtigt. das problem ist, dass viele der warner sich selbst nicht beobachten und den gleichen mechanismen verfallen, die damals das unglück über die menschen brachten.
im moment scheint es so, als bekäme deutschland eine so schwere linke schlagseite, dass es demnächst nach links kentert. meistens versinkt ein schiff dann.
die unkenntnis der geschichte, das wenig-in-frage-stellen aktueller vorgänge und vor allem, das den anderen vorgehaltene, dabei selbst praktizierte vereinfachen der umstände, machen besorgt über unsere zukunft.
die freiheiten — für die sich unsere eltern und großeltern einsetzten — werden leichtfertig geopfert, im sinne einer vereinfachung und aus unverständnis. die höchsten güter sind die gedankenfreiheit, die freiheit über den eigenen körper bestimmen zu können, das eigentum. schleichend — gemäß der salamitaktik lesen wir im artikel — wurden diese freiheiten beschränkt. mit großem applaus gegen die raucher, dann gegen die homophobie, jetzt gegen andersdenkende. achja, hat es nicht mit der angurtpflicht begonnen? der staat nimmt dem bürger eigenverantwortung, weil dieser scheinbar nicht in der lage ist, über sich selbst zu bestimmen.
es scheint so, als ob die gesellschaft (oder sind es bloß die eliten) sich bereits so weit nach links lehnt, dass jede links-mitte-bemerkung als rechts markiert werden kann (was sie ja aus dieser stark-linken, vielleicht sogar links-extremen, sicht ist). diese tatsache, dass eine gemäßigt linke aussage rechts einer links-extremen aussage erscheint, paart sich nun mit der vereinfachung, dass jede rechte äußerung von einem rechten getan wird. es wird weiter vereinfacht: jeder rechte ist ein nazi. und jetzt tappt die linke elite in die falle. statt eine meinung als meinung stehen zu lassen, wird diese – weil sie nicht zum eigenen weltbild passt und weil sie argumentativ vielleicht nicht auszuhebeln ist – als schädlich und daher verboten markiert. denkverbot!
die warnung der libertären (»liberal« kann man kaum mehr verwenden, weil es mitunter mit »liberal socialists« in den USA, also den linken, verwechselt wird), dass mit dem rauchverbot das denkverbot vorbereitet wird, bewahrheitet sich in diesen wochen. wenn der staat, die eliten, der meinung sind, nur sie wüssten, was dem körper des bürgers gut tut, und müssten daher auf sein wohlbefinden durch verordnung achten, dann ist es nur logisch, dass sie dasselbe bei den gedanken der bürger und mit den diese einfärbenden texten machen: kontrollieren und verbieten.
das ergebnis: bei jeder aussage (auch bei diesen zeilen hier) überlegt man die auswirkungen in einer verwirrten und wütenden gesellschaft, die mittlerweile unfähig erscheint einen komplexen gedankengang ohne vorurteil zu durchdenken, zu erweitern, zu widerlegen. der reflex ist simplifiziert. es klingt rechts, es ist nazi, daher muss man es verbieten. jedes wort wird mit der messlatte der politischen korrektheit geprüft. dabei wird die messlatte laufend kürzer — die wörterinnen immer länger und unverständlicher.
zeit sich zu besinnen! ein diskurs ist sonst nicht mehr möglich.
es gibt meinungen und ansichten, man kann sie teilen oder eben nicht. aber man soll sie gelten lassen. wer denkverbote ausspricht, bereitet einer welt den boden auf, die er ja eigentlich verhindern will. man bedenke, dass sich links und rechts, auf einem kreis angeordnet, berühren. oder erkenne ich den unterschied zwischen stalin und hitler in bezug auf ihre gewalttaten nicht?

die ideen wollen in die welt

jetzt ist schon wieder geraume zeit vergangen, seit meinem letzten posting hier. und wieder fasse ich den entschluß, doch öfter zu posten. es ist nämlich so, erklärte mir eine freundesgruppe kürzlich, die ideen seien hier in unserer welt, versteckt, nicht sicht- und hörbar. aber sie wollen wahrgenommen werden. also suchen sie sich kanäle, damit die menschen ihrer gewahr werden. zum beispiel über blogpostings, aufsätze, buchveröffentlichungen, über ausstellungen und theateraufführungen, vorträge und philosophische diskussionsrunden. am liebsten ist es diesen ideen, wenn möglichst viele menschen von ihnen notiz nehmen, wenn also eine große öffentlichkeit erreicht wird. eine möglichst große. das heisst, das gespräch mit einem freund, die rede am stammtisch sind zwar gut, aber auf lange sicht zu wenig. diese ideen und gedanken suchen sich also menschen aus, von denen sie annehmen, dass sie imstande sind, sie zu verbreiten. mich zum beispiel. also drängen sie sich nun vor und in meinem gehirn und warten auf veröffentlichung. manche werden auch veröffentlicht, vorsichtig und scheu, bei vorträgen und in »g’scheiten diskussionen«, aber der große auftritt vor der weltöffentlichkeit 😉 bleibt ihnen oft verwehrt. das muss sich ändern, bedeuten sie mir. wenn ich sie nicht veröffentliche, dann suchen sie sich andere informationsverbreiter. das ist zum teil ja schon passiert. da wartet eine idee 3, 5, 10 jahre in meinem kopf, einige freunde kennen sie, aber die große verbreitung bleibt aus. ich publiziere sie nicht. kein fernsehauftritt, bei dem man sie vortragen kann, nicht einmal so ein blogposting. da suchte sich diese idee einen anderen weg in die welt. naja, was soll man machen. demnächst bekommt sie auch hier den verdienten raum.
ich werde nun also eine idee nach der anderen auf diesem weblog veröffentlichen. mit mut, wie ich in einem der nächsten posts erläutern werde. kurze texte, schnell zu lesen, als froher und anregender start in den tag oder als gedankenvoller (vielleicht) abschluß eines tages.