kopfüber ins abenteuer?

kürzlich lese ich wieder einmal im tractatus logico-philosophicus von wittgenstein 😮 und stelle fest: ist noch immer so vertrackt zu lesen wie ehemals. 😉

also beginne ich zu springen, erneut die struktur zu analysieren – da gibt es die hauptsätze und die subsätze, die die hauptsätze erläutern, und die sub-subsätze, die die subsätze erläutern, und die sub-sub-subsätze, die die sub-subsätze noch detailierter ausführen, und die … (you got the idea).

wie viele hauptsätze gibt es überhaupt?

7 – der berühmteste zum schluß: »Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen«.

gut. und wie kommt man darauf?

weil man die richtige methode des philosophierens anwenden muss (6.53 [sub-sub]). und »Zu einer Antwort, die man nicht aussprechen kann, kann man auch die Frage nicht aussprechen.« (6.5 [sub]) und, dass es naturgesetze gibt, »[…] kann man nicht sagen: es zeigt sich.« (6.36)

plötzlich erscheint mir das ganze (eher) nachvollziehbar, wittgensteins gedanken werden greifbarer und ich denke mir: das buch verkehrt lesen erleichtert offenbar den zugang. vielleicht sollte auch ich meine gedanken über design kopfüber mitteilen. es könnte sein, dass sich dadurch auch das vertrackte löst.

die arbeit an den »sechs sätzen über design« nimmt konkrete gestalt an. 😉

ansonsten … dampf ablassen

neben meinen (neu gefassten) plan, mich (demnächst; bald; …) eingehender mit buddhismus zu beschäftigen, um es besser ertragen zu können, dass der staat (das system; wer eigentlich?) über meinen kopf hinweg und gegen meinen willen diktiert, eröffne ich hier einen weblog, um dampf abzulassen. er hätte »das ventil« heissen sollen. so wie es aussieht haben aber bereits mehrere menschen den bedarf sich von solchen unerträglichen gedanken per schreiben zu befreien – der titel in verschiedenen formen war bereits vergeben.

also nenne ich das hier »ansonsten« – also was mich sonst noch, fernerhin, darüberhinaus neben »design, design management, design thinking, service design, etc« beschäftigt.

bitte um rückmeldungen, um hinweise, wenn ich mir irre (auch das hilft) und um zustimmung, wenn ich jemanden aus der seele spreche. mal sehen, vielleicht ist vieles gar nicht nur meine einzelmeinung.

im B2B-marketing ist der wichtigste channel die jeweilige person (der studiochef, der verkäufer, der unternehmer).

rainer kargel in einem inspirierenden persönlichen gespräch am 5. juli 2013.

penibilität / akkuratesse

es könnte sein, dass jene menschen, die es nicht so genau nehmen, schwache dienstleistungen, die unsauber und eigentlich sogar miserabel erbracht werden, aus gründen der eigenen bequemlichkeit und vielleicht auch aus laschheit nicht bemängeln. sie bemängeln es nicht, weil sie es genauso lasch machen würden.

jene menschen, die sich selbst nicht schonen, die selbst nach bestmöglicher leistung streben, beanstanden diese mangelhaften dienstleistungen mit vehemenz. sie sind dafür aber auch immer einem perfektionsdruck ausgesetzt. durch ihre kritik legen sie die beurteilungslatte recht hoch. hoffentlich schaffen sie es immer, dieses gewünschte niveau zu erreichen.

ich weiß wovon ich spreche. 😉

kooperation

die tatsache einer zusammenarbeit erkennt man nicht daran, dass die beteiligten personen am gleichen ort arbeiten. um zusammenzuarbeiten braucht es nicht primär den gemeinsamen ort, sondern es braucht gemeinsame haltung und absicht. es braucht gegenseitige wertschätzung und interesse an der meinung des anderen.

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wieder nicht geschafft

ich habs wieder nicht gemacht. zu feige. vor über einem monat schrieb ich, dass ein blog kein manifest und kein essay ist, dass es sich mehr um einen gedankenspeicher handelt. diese gedanken bezeichnete ich als die kieselsteine unter denen sich gelegentlich auch ein edelstein entdecken lässt. jedenfalls sind es gedanken, deren veröffentlichung dazu dient, dass freunde, interessierte, der rest der welt, … dazu stellung beziehen können, dass sie diese gedanken kommentieren und sie reifen lassen. die gereiften gedanken könnten dann die basis für einen essay oder einen umfassenderen text bilden.

seitdem ich das schrieb, habe ich zwischen zehn und 15 gedanken digital und auf papier notiert, zwei weitere diktiert (weil beim gehen kann ich nicht schreiben) und keinen einzigen davon veröffentlicht, mit der inneren ausrede: das muß ich nochmals durchdenken, schöner formulieren und werde ich dann veröffentlichen, wenn ich mehr zeit dafür habe. aber, die vergangenheit beweist es, dazu kommt’s nicht. selten. die zeit nehm ich mir nicht und dann sind da schon wieder die nächsten gedanken.

dieser text ist die »warnung« an meine leser. 😉 ab jetzt will ich diese gedanken alle rauslassen in die wildheit der öffentlichkeit. damit sie das publikum besser einordnen kann, werde ich jeden dieser gendanken als »kieselstein« markieren (taggen). mal sehen was die werte leserschaft dazu sagt. die könnte ja dann (gelegentlich) dem kieselsteinstatus widersprechen.

we shape our tools and thereafter our tools shape us.

Marshall McLuhan

es ist demnach nicht egal, mit welchen dingen wir uns (tagtäglich) umgeben.

der weblog

ein blog ist kein essay, kein buch, kein manifest. es ist eine ansammlung von gedanken, der ort ihrer reifung. diese gedankenfragmente manifestieren sich durch schreiben des blogs. es sind fundstücke der persönlichen gedankenwelt. manche sind bloß kieselsteine, ein paar sind smaragde und vielleicht versteckt sich auch einmal ein diamant in diesen bruchstücken. eines tages werden sie geordnet, geschliffen und poliert.

seien sie nicht nicht zufrieden! seien sie konstruktiv unzufrieden!
das heißt nicht, jammern! genießen sie jeden tag des lebens, aber erwarten sie, dass der nächste besser ist. und tun sie was dafür!

manfred winterheller

wer mit dem status quo nicht zufrieden ist, verbessert ihn. das ist der innovationstreiber: die konstruktive unzufriedenheit. designer sind oft mit dem status quo unzufrieden. sie streben danach, aus einer gegebenen situation eine gewünschte zu machen. 😉 das kann man sich zunutze machen.

der mensch ist nur mensch, wenn er übt. nur im üben gelingt es über das alltägliche hinauszuwachsen.

peter sloterdijk