jetzt einmal ehrlich

es muss einmal offen gesagt (geschrieben) sein: ich bin unzufrieden! ich mache nicht exakt das, was ich machen will. — warum? was will ich denn tun? ich will schreiben. genaugenommen will ich meine meinung in die welt hinausprüllen und zustimmung dafür erhalten. — ja, zustimmung ist meine innere erwartung und vermutlich ist es auch die sorge über die ausbleibende zustimmung, die mich davon abhält die zahlreichen notizen und gedankenschnipsel (wie eben diesen hier) zu veröffentlichen. dazu kommt die befürchtung, dass die texte nicht immer sauber genug geschrieben sind, eher eine bessere formulierung für den stammtisch als ein text für das internet. dort könnte man darüber diskutieren, den gedanken verfeinern. das könnte man auch hier. besser sogar, weil man schreibt und daher präziser formulieren muss. allein wozu ins internet »rülpsen«, gemeinsam mit den tausenden anderen? — worüber will ich meine meinung äußern? freilich mehrheitlich über design, ein wenig über die gesellschaft und beobachtete verhaltensmuster der menschen, meine rückschlüsse dazu, auch über politik. design ist ja letztlich politik. man will das leben der menschen verbessern, zunächst durch gegenstände, dann durch prozesse, schließlich durch services und dann stellt man fest: es braucht die passenden rahmenbedingungen, sonst gelingt das nur sehr schwer. es braucht die passende politik. so gesehen wäre politik die höchste stufe der gestaltung, das neutrino des designs (oder was immer gerade das kleinste element, der baustein des universums ist). das dumme ist nur, dass kaum (keine?) gestalter derzeit am werk sind. doch das ist nicht thema dieses textes. es ist eines der themen, über die ich nachdenke, die anderen sind design, management, designmanagement, verhalten der nutzer und die gesellschaft allgemein, erkenntnisse aus diskussionen mit dem philosophen, dem ökonomen, dem anthropologen, etc.. — und wen interessiert es, was meinereins, ein designer, ein designthinker, so darüber denkt? soll ich die schnipsel in die welt schicken, diese kieselsteine (wie ich sie hier einmal nannte)? — vielleicht kann man mir ein zeichen mit einem like (gefällt mir) und einem share (teilen) geben? vielleicht im mittleren zweistelligen bereich? das würde mut machen, doch mehr dieser gedanken preiszugeben. ansonsten sind die papierschnipsel und notizen was für den nachlassverwalter, die kinder oder den müllschlucker.

warum schreiben? (2)

schon wieder. diese frage quält einem. mich.
ein gedanke, den man mitteilen will. deshalb schreiben.
ist es, weil mir der stammtisch fehlt, wir modernen menschen den kaum mehr haben? früher konnte man dort seine gedanken zum besten geben, sich bestätigen oder ihn zerstören lassen, zwei bier dazu trinken. heute schreibt man es in facebook, wenn es kurz ist, oder auf seinem blog, wenn es ausführlicher zu erklären notwendig erscheint.
der witz ist, (1) während dem denken ist es eine unheimlich wichtige erkenntnis, die möglichst viele menschen erreichen soll. Continue reading “warum schreiben? (2)”